Der Titel deutet es bereits ein wenig an, - die zweite Regiearbeit von Orson Oblowitz schlägt in die Kerbe Home Invasion. Genauer gesagt handelt es sich bei dem Schauplatz um einen Wochenendbungalow, den die Protagonisten erstmals betreten, was in Sachen Schutz und Gegenmaßnahmen ein deutlicher Nachteil ist.
Die Collagefreundinnen Sarah und Estelle leben mit ihren Partnern Joseph und Victor in jeweils nicht allzu glücklichen Beziehungen, was ein gemeinsames Wochenende in einem abgelegenen Anwesen in der Mojave-Wüste ändern soll. Als eine vermeintliche Nachbarin aufgrund einer Autopanne telefonieren möchte, nimmt die Reihe an unglücklichen Begebenheiten ihren Lauf…
Eine durchaus schicke, großräumige Einrichtung mit nettem Panoramablick, doch im Zeitalter moderner Überwachungstechnik wurde offenbar an falscher Stelle gespart, da weder eine Alarmanlage, noch Kameraüberwachung vorhanden scheint, wodurch jeder Eindringling leichtes Spiel hat. Nicht das einzige Manko in Sachen Glaubwürdigkeit.
Zudem wird die halbe Stunde Vorlauf nicht wirklich sinnvoll genutzt, denn niemand der vier kommt sympathisch rüber, während Bömbeln im Bad oder Whirlpool noch nie einer tauglichen Figurenzeichnung zuträglich war.
Mit dem Erscheinen der ominösen Dame, sehr einnehmend von Fairuza Balk verkörpert, wird jedoch ein Spannungsbogen gespannt, der mithilfe einiger Wendungen und doppelter Böden bis zum etwas zu hastig abgehandelten Showdown aufrecht erhalten wird.
Da sich im Verlauf diverse Instanzen zum Schauplatz begeben, bleibt es nicht bei einer Leiche. Die handgemachten Gewalteinlagen implizieren einige Härten wie ausgestochenes Auge oder zertrümmerter Schädel, wobei das Treiben nicht zum Folterfest oder zur Schlachtplatte verkommt. Der eher ungewöhnliche Score spielt mit Beats, Bass und partiell E-Gitarre, was durchaus zur Atmosphäre passt.
Diese wird im Verlauf durch einige Farbfilter, überwiegend blau und rot unterstützt, was im Zusammenhang mit einigen Bewegungsszenen zuweilen ein wenig unübersichtlich ausfällt.
Während auf handwerklicher Ebene ansonsten wenig anzukreiden ist und die kaum geforderten Darsteller passabel abliefern, hapert es storytechnisch an einigen Unzulänglichkeiten, was bis zum Motiv der Eindringlinge und dem dazugehörigen Zeitpunkt reicht.
Dennoch sorgen kleine Irrungen und Wirrungen für Abwechslung und auch wenn dem Subgenre unterm Strich keine innovativen Facetten hinzugefügt werden, dürften Genrefans einigermaßen auf ihre Kosten kommen.
6,5 von 10