Review

iHaveCNit: A Private War (2019)
Heimkino (Veröffentlichung in Deutschland: 22.03.2019)
02.01.2021

Einen Film, den ich nach der Sichtung des ersten Trailers schon sehr lange auf meiner Watchlist hatte, ist der von Matthew Heineman inszenierte Film „A Private War“, bei dem mein Hauptgrund vor allem in der Besetzung von Rosamund Pike lag. Für den Film hat Pike damals sogar eine Nominierung bei der Golden Globe-Verleihung im Jahr 2019 erhalten. Zurecht, wie ich im Nachhinein finde, denn „A Private War“ bietet eine von Pikes besten Darstellungen bis heute.

Marie Colvin ist Kriegsberichterstatterin und ihre Arbeit wird von Kollegen in aller Welt bewundert und geschätzt. Selbst als sie bei Ende der 90er im Krisengebiet Sri Lankas bei einer Explosion auf einem Auge erblindet hält sie das nicht von ihrer Arbeit ab. Bei Ihrer Reise in den Irak lernt sie den Fotografen Paul Conroy kennen und gemeinsam berichten sie von vielen Krisengebieten im Irak, Lybien und Syrien – wohlweislich, dass dies auch unter Einsatz des eigenen Lebens erfolgt.

„A Private War“ - der Filmtitel könnte, wenn man ihn nur leicht überfliegt auch „A Pirate War“ gelesen werden. Das würde vor allem zur von Marie Colvin getragenen Augenklappe passen. Rosamund Pike, die hier die Rolle von Marie Colvin spielt, bietet eine der besten Leistungen ihrer Karriere – die ohnehin bereits überfrachtet ist von sehr guten Leistungen. Die Ambivalenz und Vielseitigkeit hinter der Rolle der Marie Colvin über Empathie, Toughness, Erfahrung und Leidenschaft für ihren Beruf und auch die Verantwortung, die mit ihrem Beruf einhergeht erfasst Pike mit allen Facetten. In den Nebenrollen des Films hat mir auch Jamie Dornan als Fotograf Paul Conroy gefallen, der zwischen Bewunderung und Loyalität für Colvin pendelt und einer der wichtigsten Partner an ihrer Seite wird. Die Sequenzen aus den Krisengebieten selbst sind wundervoll von Robert Richardson eingefangen worden und wirken auch bereits leicht dokumentarisch. So sehr die Geschichte fesselt und auch vor allem durch Pikes Darstellung mitreißt und ergreift, so hat der Film etwas unter seiner Struktur als Biopic leidet, indem einzelne Stationen mit unterschiedlich starkem Fokus beleuchtet und abgehakt werden, bis es auf einen genauen Endpunkt zusteuert. Auch ein paar Sequenzen, die vor allem das Leben Colvins in London beleuchten bremsen den Film etwas aus. Ergänzend zu dem Film gab es auf der Blu-Ray und auch auf Amazon Prime die Dokumentation „Under The Wire“ von Chris Martin, die ich mir auch angesehen habe – wie auch ein paar kritische Stimmen, die der Dokumentation durchaus einseitige Berichterstattung vorwerfen. Ich bin hier der Meinung, dass es vor allem Marie Colvin nur im Ansatz darum ging, politischen Positionen Raum zu geben, ihr ging es um die Geschichten, Erfahrungen und Wahrnehmungen der Betroffenen Opfer und Überlebenden.Und diese Geschichten überdauern auch den Tod von Marie Colvin – auch dank diesem Biopic und der Dokumentation.

„A Private War“ - My First Look – 8/10 Punkte.

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