Review

Wirklich beachtlich, was Kevin Costner noch aus dem aussterbenden Western-Genre herausholt. So eine klasse Regiearbeit hätte ich ihm echt nicht zugetraut und den Film habe ich ziemlich unterschätzt. Zwar werden hier viele Klischees bedient, jedoch kann man Open Range vielmehr als Abgesang oder Hommage an die alten Western betrachten. Sie sind also keineswegs störend, sondern durchaus angebracht. Am ehesten ist der Film mit Erbarmungslos zu vergleichen, dieser ist jedoch relativ klischeefrei und geht in eine andere Richtung. Insgesamt ist der Film sehr ruhig gehalten und wird in wunderschönen Bildern erzählt, wie ich sie schon lange nicht mehr gesehen habe. Vielen mag Open Range zu langatmig und träge erscheinen, mir gefällt das Tempo des Films dafür umso mehr. Der Showdown weiß wirklich zu beeindrucken, etwas in der Art hab ich zuvor noch in keinem Western sehen dürfen. Unzählige ausgefeilte Shootouts reihen sich fast eine halbe Stunde aneinander. Leider ist mir der Schluss doch ein wenig zu klischeehaft geraten und wirkt unnötig in die Länge gezogen. Costner hätte hier konsequenterweise schon früher ausblenden sollen. Dafür gibts dann auch den größten Abzug in der Bewertung. Wirklich schade!
Dennoch bleibt ein mitreißend erzählter, atmosphärischer und in alten Zeiten schwelgender, altmodisch anmutender Neowestern, der einigen anderen Genrevertretern etwas vorraus hat. Einfach zum zurücklehnen und genießen!

8,5/10 Chloroformflaschen zum Frühstück

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