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Vielleicht wollte Costner mit diesem Film ja zeigen, wie der Wilde Westen wirklich war und mit diversen Klischées vom coolen Cowboy ein wenig aufräumen: Deshalb verbringen die beiden Hauptcharaktere (Costner und Duvall) auch die meiste Zeit mit Gesprächen, deren Belanglosigkeit teilweise kaum zu überbieten ist. Deshalb bereitet den beiden das Halten einer Teetasse auch größere Schwierigkeiten, als ein paar Halunken über den Haufen zu schießen. Deshalb versucht Revolverheld Charley Waite (Costner) auch reumütig, den Dreck vom Teppich zu kehren, den er an den Stiefeln in das Haus seiner späteren Liebe (Annette Bening) trägt. Und deshalb bereitet das Überqueren eines gerade mal knietiefen Regenwasserstroms, der sich während eines Unwetters vor dem Saloon aufgetan hat, größere Schwierigkeiten, als der finale Showdown, vor dem neben der obligatorischen Zigarre diesmal auch Schokolade genossen werden darf.
So hart waren die Burschen damals also doch nicht, will uns Costner hiermit vielleicht sagen und unter der harten Schale schlummert ein weicher Kern. Das ist zwar auch keine neue Erkenntnis, aber zumindest noch origineller als die Geschichte: ein böser Großgrundbesitzer, der eine ganze Kleinstadt unter seiner Kontrolle hat, verweigert unseren Helden die Nutzung des Weidelands. Konflikt vorprogrammiert, der Showdown verläuft wie erwartet.
Es ist allerdings nicht die Vorhersehbarkeit der Geschichte, die "Open Range" so anstrengend macht. Es ist vielmehr die Ernsthaftigkeit, mit der fast 2 Stunden lang die eingangs erwähnten Belanglosigkeiten zelebriert werden, bevor dann endlich der extrem vorhersehbare Showdown einen einsamen Höhepunkt bildet. Der Film freilich kehrt danach noch mal in den Alltag zurück, führt auch die letzten Stränge vorhersehbar zum Happy End.
Belanglos, kitschig und unglaublich langatmig. Da helfen auch die an für sich guten Schauspieler und ein paar schöne Landschaftsaufnahmen nichts, denn die Natur ersetzt keine spannende Geschichte.

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