Review

„The Big Apple gets a new immigrant and a very big problem!“

So lautet die Werbezeile auf dem Cover der DVD von „Nikos the Impaler“. Wer mit dem Schaffen von Deutschlands biggest Amateurfilmer Andreas Schnaas (sehen wir einmal von Olaf Ittenbach und Andreas Bethmann ab) vertraut ist, der kann sich sicherlich denken, was denn bei einem solchen Slogan abgeht. Splatter ohne Ende ist angesagt. Das echte Problem ist nur, dass zu einem guten Film auch gute Ideen und eine straffe Inszenierung gehören – und diese gibt es bei „Nikos the Impaler“ ob seines schmalen Budgets nur auf Trash-Niveau.

Die Story ist ebenso simpel wie effektvoll: Nikos, ein alter rumänischer Barbar, erlebt bei einer Ausstellung rumänischer Kunst in New York der Gegenwart seine Wiedergeburt und meuchelt mit seinem Schwert erst die Besucher des Museums und dann – nachdem er dieses verlassen hat - die Bewohner der Stadt.

Dass diese dünne und vollkommen hanebüchene Story nur Vorwand für etliche handgemachte Splattersequenzen um zerschlagene Köpfe, durchbohrte Körper, herausfallende Gedärme etc. ist, dürfte wohl klar sein. Wie so oft, erreicht das Niveau des Films nie dessen Blutgehalt, der hier für 3 bis 4 vergleichbare Filme gereicht hätte. Wenn man sich erst einmal an die unpassend realistisch anmutende Amateurfilm-Optik gewöhnt hat, fallen jedoch noch größere Schwächen des Films auf: Ein Haufen nervige Sinnfrei-Dialoge, eine schleppend-langsame Inszenierung, ein paar unmotivierte Metal-Klänge und nur von Zeit zu Zeit ein unfreiwillig komischer Splattereffekt machen „Nikos the Impaler“ sehr anstrengend. Das dürftige Drehbuch nach einer Story von Regisseur Andreas Schnaas himself, der hier auch den „Nikos“ gibt, wirkt substanzlos. Das Finale rettet jedoch den Film: Die Ideen mit den zum Leben erweckten Filmfiguren - ein Zombie, Samurais und Hitler (!) – und der Einstreuung schlechter Special Effects sind so idiotisch und durchgeknallt, dass man sich vor Lachen nur so kringelt. Auch die kurzen Auftritte von Bela B. Felsenheimer (Mitglied der deutschen Band „Die Ärzte“) und Trash-Guru Lloyd Kaufmann (der Chef der „Troma“-Schmiede) in der Videothek sind in ihrer Unsinnigkeit urkomisch. Diese kleinen Eckpfeiler machen den miesen Film zwar nicht unbedingt besser, aber unterhalten Trash-Fans ganz ordentlich.

Fazit: Wie es eine Protagonistin in einem Dialog auf den Punkt bringt: „This makes no fucking sense!“. „Nikos the Impaler“ ist der Hit auf jeder bierseligen Party, kann jedoch als Film an sich nur Hardcore-Trashfans wirklich begeistern. Die durchgeknallte letzte Viertelstunde rettet den Rest des phasenweise quälend idiotischen Amateurfilms vor dem Totalabsturz. Bei diesem dilletantisch-trashigen Machwerk empfiehlt sich folgende Prozedur: Einmal ansehen, drüber lachen und wieder vergessen.

Eigentliche Klasse des Films: 2/10; Trashfaktor: 6/10 – macht unterm Strich äußerst knappe 4/10 Punkte.

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