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Ein alter, rumänischer Barbar erwacht in einem New Yorker Museum zu neuem Leben und macht alles platt was ihm in die Quere kommt.....
Wie bereits schon an anderer Stelle mal erwähnt: Nicht die Story eines Filmes ist entscheidend, sondern was man daraus macht. Und hier fängt es bereits das Hapern an. Der Beginn in Rumänien macht im Vergleich zum Rest des Filmes einen recht ordentlichen Eindruck, doch sobald der Film sich in die Gegenwart verlegt, war es das mit der „Herrlichkeit“. Von nun an regiert vor allem Langeweile, denn so etwas wie einen Spannungsbogen gibt es nicht. Die „Handlung“ die zwischen den Splatterszenen gezeigt wird darf getrost als Füllstoff bezeichnet werden, einzig mit dem Sinn den Film irgendwie auf Spielfilmlänge zu trimmen, und ist ungefähr genauso interessant wie sich 3 Stunden lang mit verkalkten Rentnern übers Wetter zu unterhalten. Mehr Kommentar braucht es zu diesem Punkt nicht, vertraut mir einfach.
Die Schauspieler hier sind auch nicht gerade so besonders. Ich habe schon Porn... äh... Filme mit erotischem Inhalt gesehen, bei denen die Schauspieler weitaus bessere Leistungen erbracht haben. Von untalentiert schlecht, bis gesichtsstar und langweilig haben wir alles dabei. Den absolut schlechtesten Auftritt liefert aber gerade der Mann ab, der doch eigentlich am meisten darauf hätte achten müssen, dass die Qualitätsstufe stimmt: Regisseur Schnaas himself, der die Rolle des Nikos übernimmt. Stets mit Maske unterwegs verläuft sein Auftritt als rumänischer Killer mit Bierbauch und ungelenker Schwertführung äußerst peinlich. Selbst der Frontman der Band Lordi wirkt bedrohlicher als Schnaas im seinem Versuch einen rumänischen Krieger abzugeben. Dabei hätte ein Nikos mit etwas mehr düsterer Ausstrahlung, der ein weg mehr Gefahr verkörpert hätte, dem Film gut getan.
Wer jetzt glaubt, dass vielleicht ein paar gelungene Splatterszenen dieses, im gewöhnunsgedürftigen Billiglook abgedrehten Werk weiterhelfen, könnte leicht enttäuscht werden. Es wird zwar gesplattert, und das auch recht deftig (Kopf abhacken, Arm ausreisen, zerteilen) doch sind die Effekte äußerst billig gemacht und im Vergleich zur Konkurrenz (Ittenbach) kaum etwas Besonderes.
Im Grunde handelt es sich bei Nikos um einen puren Trashfilm, der erst gegen Ende sein wahres Gesicht offenbart. Hier beginnt nämlich Nikos mittels Zauberkräfte (die er vorher anscheinend nicht hatte) die Figuren aus einigen Videokassetten zum Leben zu erwecken, und mach sich neben zwei Ninjas unter anderem noch einen aus der Form gekommenen Adolf Hitler zum Mitstreiter. Dieses endgültige Abdriften ins Schwachsinnige würde ich an dieser Stelle nicht einmal negativ bewerten, schließlich wird so endlich mal etwas Abwechslung und endlich ein wenig von dem trashigen Charme, der ihm bis an dieser Stelle gefehlt hat. Mit etwas mehr verrückten Ideen auf diesem Level hätte Schnaas zwar einen vom Stil komplett anderen Film gedreht, aber vielleicht diese monotone Langeweile ein bißchen lindern können.

Aber ich will mich jetzt nicht weiter über diesen Film auslassen. Die 3,33 € die ich für die US-DVD ausgeben musste, habe ich morgen in einer halben Stunde wieder reingearbeitet, und dass hier ein großartiges Drehbuch verheizt worden ist kann auch keiner sagen.

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