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Meerjungfrauen haben seit jeher einen schlechten Stand, denn meistens klappt es bei den Männern nicht und aus dem Nassen kommen sie auch nicht raus. Kein Wunder also, dass einige unter ihnen zu Dämonen mutieren, um sich ein paar Opfer einzuverleiben. So in etwa muss die Grundlage für Regisseur Svyatoslav Podgaevskiy ausgesehen haben.

Marina (Viktoriya Agalakova) freut sich auf die anstehende Hochzeit mit Roma (Efim Petrunin). Doch zuvor wird in der abgelegenen Hütte seines Vaters Junggesellenabschied gefeiert, wobei Roma die Party verlässt, um im angrenzenden See zu schwimmen. Hier trifft er auf eine weibliche Erscheinung, die ihn fortan in seinen Bann zieht. Marina und zwei Freunde versuchen alles, um den Dämon zu bekämpfen…

Es ist der dritte Ausflug des russischen Regisseurs in Horrorgefilde, die zwar storytechnisch alles andere als originell daherkommen, doch inszenatorisch hat sich Podgaevskiy merklich verbessert. Die Figurenzeichnungen sind ausreichend ausgearbeitet, die düstere Farbgebung setzt frühzeitig auf eine beklemmende Grundstimmung und mithilfe einer recht versierten Kamera werden in regelmäßigen Abständen spannende Momente generiert, welche häufig mit dem Element Wasser einhergehen.

Dazu passt, dass Roma Wettkampfschwimmer ist, während Marina nicht schwimmen kann und während ein Wasserhahn spinnt und gleiches für die Duschen im Hallenbad gilt, konzentriert sich der Hauptteil der Erzählung auf die Umgebung des Sees und natürlich den Hintergrund der ominösen Frau, welche bereits Romas Vater in ihren Bann zog.

Einige jump scares sind durchaus effektiv, nur setzt man hier auf Altbewährtes, wie das plötzliche Auftauchen einer Fratze oder Bewegungen unter einem Laken. Auch die Bedrohung selbst erinnert in einigen prekären Situationen entfernt an einen Schrei-Zombie, wobei die Maske okay gestaltet ist. Besser, weil geheimnisvoller fallen jene Szenen aus, in der die Seejungfrau in ihrer ursprünglich natürlichen Gestalt erscheint.

Mit dem Fokus auf vier Hauptpersonen geht es im letzten Drittel konzentriert zur Sache, das Tempo ist durchaus flott und die eine oder andere kleine Wendung bereitet Laune.
Dazu passt auch das stimmige Ende, bei dem man in den letzten Szenen verstärkt auf Mimik und Gestik der Protagonisten achten sollte.

Alles in allem befindet sich Regisseur Svyatoslav Podgaevskiy auf einem guten Weg: Optisch ansprechend, darstellerisch versiert, unterhält sein Gruselfilm durchweg. Er punktet darüber hinaus mit gut verteilten, spannenden Einlagen und auch wenn die Geschichte eher altbacken erscheint, so ist sie doch mit einigen Ecken und Kanten alles andere als lieblos ausgearbeitet.
6,5 von 10

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