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Offenbar gibt es von dem TV-Film der Brüder Furst zwei Versionen mit unterschiedlich gewichteten Schwerpunkten. In „Nightmare Shark“ taucht zumindest sporadisch ein Hai auf, der in „Curse of the Dream Witch“ völlig fehlt und durch eine Traumhexe ersetzt wird. Dem konfusen Editing folgt eine entsprechend verworrene Handlung mit zahlreichen Kontinuitätsfehlern.

Einige Probanten um Ava finden sich beim Traumforscher Dr. Novak ein, um endlich die Kontrolle über ihre Alpträume zurück zu gewinnen. Doch das Gegenteil stellt sich ein und schon bald müssen die Teilnehmer um ihr Leben fürchten…

Hier stand eindeutig die Reihe um „Nightmare on Elm Street“ Pate, was sich anhand mehrerer Sequenzen von einer Badewanne bis hin zum Schlafzimmer überdeutlich abzeichnet. Dabei kann sich die erste Alptraumsequenz, in der Ava durch eine dunkle Gasse streunt, in der sich kurz darauf greifende Hände in Pfützen abzeichnen durchaus sehen lassen. Hier tritt eine surreal anmutende Atmosphäre zutage, die in späteren Alptraumszenerien deutlich weniger vorzufinden ist.

Die weitgehend flachen Figurenzeichnungen stören weniger als das komplett durchschaubare Konstrukt der Geschichte, welches kaum Spannung aufkommen lässt. Die Pläne des Arztes zeichnen sich ebenso früh ab wie die Auflösung eines Kindheitstraumas und letztlich ist es allenfalls das halbwegs flotte Tempo, das die Chose so einigermaßen bei Laune hält. Da Ava zwischenzeitlich aus der Szenerie verschwindet, ist nur schwerlich eine Heldenfigur auszumachen, während diverse Ableben kaum als solche wahrnehmbar sind, zumal einige lediglich ins Off abtauchen.

Mit dem geringen Blutgehalt geht eine zu vernachlässigende Bedrohung einher, die mit schwachem CGI realisiert wurde. Die Traumhexe neigt nicht gerade zu körperlichen Konfrontationen, obgleich einige Opfer kurz vor ihrem Erscheinen für einige Sekunden einen Schwebezustand erreichen. Und hat die Hexe mal keine Zeit, schickt sie undefinierbare Insektenschwärme aus. Existenziell bedrohlich scheint auf den ersten Blick nichts, selbst wenn sich innerhalb eines Traumes in einer Wüste merkwürdige Quader auftun.

Schade um die größtenteils bemüht aufspielenden Mimen um Tony Amendola, der als zwielichtiger Arzt einen recht präsenten Part verkörpert, während der Score immerhin passabel antreibt. Die Story, von der ein Großteil der Ideen schlicht von den großen Vorbildern kopiert wurde, findet keinen rechten Fokus und spielt die Gefahr für die Protagonisten nicht einmal ansatzweise aus. Wer bei Dream Witch eine Bedrohung durch Haie erwartet, dürfte sich überdies verwundert die Augen reiben und obgleich einige Alptraumszenerien passabel ausgestattet sind, braucht es keine weitere uninspirierte Kopie von Wes Cravens Klassikern.
3,5 von 10

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