Inhalt;
Die chinesische Martial World, eine Welt, in der die Clans einen ewigen Kampf um die absolute Macht ausfechten.
In der Region um den Berg Nan werden 3 Clan-Anführer brutal getötet: Der Wüsten-König Zha Muhe (Yang Ching-Chih), der Chef der ZhuSha-Bande, sowie der Anführer der Sternenkrieger, Master Zou!
Ihre Leichen sind durch das Zauberwasser aus dem "Palast des heiligen Wassers" aufgequollen.
Herrin des "Palastes des heiligen Wassers" ist die Prinzessin Yin Chi (Betty Pei Ti), in lesbischer Liebe zu der Prinzessin Kung Yan Nen (Nora Miao) verbunden. Und Kung Yan Nen erhält durch einen Brief Kunde darüber, wer der angeblich Schuldige am Mord an den 3 Clanführern sein soll: Der "König der Diebe" Chu Liu Hsiang (Ti Lung), soll Schuld an diesem Dreifach-Mord haben.
Dieser Chu Liu Hsiang lebt mit seinen 3 Schwestern (u.a. Chan Si-Gaai) auf seinem luxuriösen Hausboot, und erfährt von Kung Yan Nen von dieser Beschuldigung, als er gerade mit dem Shaolin-Mönch Wu Hua (Yue Hua) und Nan Gong Lin (Tien Ching) zu Abend speisen will.
Kung Yan Nen gibt Chu einen Monat Zeit, die Angelegenheit aufzuklären..., sonst wird er getötet werden.
Chu hat wenig in der Hand! Bei seinen Ermittlungen begegnet er einer der Angehörigen eines der Ermordeten, "Black Pearl" (Li Ching), und der Auftrags-Killer Yi Tien Hung (Ling Yun) trachtet Chu nach dem Leben..., verzettelt sich aber immer wieder in Kämpfe mit denjenigen, die ihm zuvor kommen wollen, oder ihm anderweitig im Wege stehen.
Eine Spur führt Chu in das Spiel-Casino, dessen Chef Leng Chiu Yun (Ku Feng), zeigt ihm das Gemälde einer jungen Frau, einer der Ermordeten war dieser verfallen. Chu gelangt zum Maler (Ching Miu) dieses Bildes..., welcher postum getötet wird.
Doch Chu kann diese Frau, Chiu Ling Su (Nancy Yen Nan-See), ermitteln, und erfährt von ihr weitere Hintergründe zu den Taten:
Der Ninja Iga (Yuen Wah) wurde einst im Kampf getötet, alle 3 Mordopfer waren daran beteiligt. Iga hinterließ 2 Kinder, ein Junge und ein Mädchen.
Iga´s Sohn..., es stellt sich heraus, das dies kein anderer als Nan Gong Lin ist..., auch dieser wird durch das Zauberwasser ermordet.
So muss die Tochter hinter all dem stecken..., eine Frau, die nicht nur die Mörder ihres Vaters bestrafen will, sondern die Macht in der ganzen Martial World anstrebt!
Doch wer ist diese Frau..., und ist diese Frau überhaupt noch eine Frau...?
Chu wird gefangen genommen, und in den "Palast des heiligen Wassers" der Prinzessin Yin Chi gebracht.
Hier klären sich die Dinge so langsam auf..., und es kommt zum alles entscheidenden Machtkampf um die Herrschaft in der Martial World..., zum Show-Down auf Leben oder Tod........
Fazit:
Im Jahre 1977 drehte der Regisseur Chu Yuan diesen weiteren fantasievollen Eastern aus der "Martial World" in den luxuriös-gepflegten Super-Sets der Shaw Brothers.
Und dies wie so oft mit einer verwirrend-gedehnten Storyline, einer überzogenen Fülle an Personen, zu vielen Dialogen, aber auch wunderschönen, fantasievollen Sets, dynamisch-rasanten KungFu-Fights und einem Hauptdarsteller Ti Lung in Bestform.
Damit ist fast schon alles gesagt. Das Mankos sind wieder mal die zu hohe Anzahl an Personen, die meisten sind für die Geschichte unwichtig, tauchen auf und verschwinden relativ rasch wieder..., und die Story selbst ist wieder derart komplex, so das dies Verwirrung stiftet, und die Dialogisierungen irgendwann einen ermüden lassen und gar sowas wie Langeweile aufkommt.
Daran kranken ja leider viele der hübsch verfilmten Clan-Filme Chu Yuan´s, so auch dieser. Chu hat leider wenig Interesse daran, den Plot zu raffen, unwichtiges wegzulassen, mehr Stringenz walten zu lassen..., und stattdessen mehr durchgehende Spannung aufzubauen und auf die KungFu-Actionkarte zu setzen.
Weniger wäre wie so oft mehr gewesen..., aber immerhin gelingt es der Regie, mit sehr schön arrangierten Studio-Sets, einigen kernigen KungFu-Fights, einem starken Ti Lung... und dass die Story in einem dramatischen Finale im Wasserpalast noch ins Ziel geführt wird, die Sache rauszureißen.
Das sind die Stärken des Streifens, die einem am Ball bleiben, die komplex-komplizierte Storyline und nebulöse Personen-Fülle vergessen lassen.
Gewässer und über sie führende Brücklein im Studio, Nebelschwaden, die Kunst-"Natur" der Shaw Brothers, ein fantasievoller Wasserpalast, dazu ein Hermaphrodit, lesbische Liebe..., eine abgerissene Hand als Mordwerkzeug..., Bläh-Wasser und schöne Frauen. Chu´s Werk ist vollgepackt bis oben hin..., bei aller Komplexität somit eben auch ein Eastern mit einer dichten Atmosphäre.
Und die Personen-Fülle bietet denn für Shaw-Enthusiasten eben auch einen "Ach, da ist ja..."-Effekt durch die vielen Kurz-Auftritte: Ku Feng, Bösewicht vom Dienst der Shaw Brothers, hier in einem Kurzauftritt als Casino-Boss, Ching Miu als blinder Maler, Wong Ching Ho, der knorrige Alte vom Dienst der Shaw Brothers, Yuen Wah, um dessen Tod sich hier alles dreht, Chan Shen, Norman Chu, Teresa Ha, Ku Kuan Chung, Shum Lo..., und und und.
Auch die Damen, denen Ti Lung bei seinen Ermittlungen begegnet, sie haben eher kurze Auftritte: "Baby-Queen" Li Ching, sie spielt die etwas hibbelige Dame in Schwarz..., Nancy Yen Nan-See, die attraktive Darstellerin, die ich nur dann von der Bettkante schubsen würde, wäre ich mit Natalie Amiri und Anna Fenninger liiert!
Im letzten Segment des Films haben Betty Pei Ti und Nora Miao gehaltvollere Auftritte..., als sich das Dickicht der Intrigen so langsam denn auflöst. Für Betty wird es blutig..., und Nora Miao´s Auftritt, sie die ja zweifelsohne auch zum Mythos Bruce Lee´s gehört, war hier schon überraschend.
Größere Auftritte haben noch Tien Ching, von dem man als Betrachter hier nie so richtig weiß, gut oder böse, das macht seinen Auftritt denn etwas besonders.
Ling Yun taucht als arrogant-undurchsichtiger Auftragskiller immer mal wieder auf, er würzt das ganze irgendwie. Doch sind sie alle nur um die beiden Hauptdarsteller drumrum gebaut:
Yue Hua und Ti Lung!
Yue Hua spielt einen Mönch der Shaolin..., doch was ist und war er wirklich? Er spielt das trocken heraus, unaufgeregt..., kalt..., verschlagen und skrupellos. Mit ruhigem Duktus entlarvt er sich selbst zusehends, seine Figur bietet denn eine besondere... Faszination... würde ich fast sagen.
Ti Lung verkörpert den Haupt-Charakter hier..., er "führt" quasi durch diesen Streifen. Der Solo-Geiger im Orchester Run Run Shaw´s..., er bietet denn hier wieder eine souveräne Performance, und ein variables Spiel. Auch und insbesondere von ihm lebt denn dieser Fantasy-Eastern..., denn auch er rettet denn so einiges in diesem Gewirr aus Bündnis-Geflechten, Intrigen und Interessen vieler Einzelner.
Und Ti Lung zeigt einmal mehr sein gepflegtes, variantenreiches KungFu und seine vollendete Körperbeherrschung. Das bringt mich zur....
KungFu-Action: Nun, was Wunder, kam es Chu Yuan hier nicht darauf an, einen KungFu-Actioner im eigentlichen Sinn zu erschaffen.
Die Fights sind in die Geschichte und ihrer komplexen Struktur eingebettet, und nicht etwa umgekehrt, wie in vielen Haudrauf-Eastern. Da möchte Chu Yuan denn eher "gepflegte" Unterhaltung bieten (was nicht vor phasenweiser Langeweile schützt).
Doch sind die KungFu-Fights des Fighting-Instructors Tang Chia (für mich neben Lau Kar Leung der beste Kampf-Choreograph der Shaw Brothers) rasant-dynamisch arrangiert, auf technisch hohem Niveau..., und ala Shaw Brothers vor allem zum Ende hin sehr blutig..., inklusive abgerissener Gliedmaßen.
Damit kann denn ein Eastern-Fan noch gut leben.
"Clans of intrigue" ("Die Bruderschaft der gelben Höllenhunde"), mir manchmal ein bisschen zu viel "intrigue". Ein sehr komplex-komplizierter, phasenweise zu dialoglastiger, mit zu vielen Figuren vollgepackter Fantasy-Eastern, der aber seine Geschichte noch in ein dramatisches Finale münden lässt, viele schöne Studio-Sets ala Shaw Brothers, einen souveränen Hauptdarsteller Ti Lung, viele nette Gast-Auftritte für Shaw-Enthusiasten und auch rasantes KungFu bietet.
Das reicht für etwas wohlwollende, sehr, sehr knappe 6/10 Punkte in meiner Bewertung.