Legend of the Ancient Sword ist der zweite große Flop des Jahres für die produzierende Alibaba Pictures, der zweite herbe Einschnitt in der Bilanz nach Asura, welcher nach einem katastrophalen Startwochenende mit einem Einspiel von 7 Mio. USD (gegenüber einem Budget von 130 Mio. USD) auch sofort aus dem Rennen um die Gunst der Stunde genommen und auf unbestimmte Zeit zu Gründen der 'Überarbeitung' verschoben wurde. ... Ancient Sword selber hat nicht ganz die Grüße des Budgets, allerdings auch ein ähnliches, im Grunde sogar noch niedrigeres Gesamtergebnis an den Kinokassen, wurde Anfang Oktober und gerade in der Woche des Golden Cinema insgesamt nur knapp über 2 Mio. USD in der Gesamtlaufzeit eingespielt. Ein selbiges Genre, die Fantasy nämlich, und damit eigentlich genau die Gattung Film, die derzeit in China recht gefragt ist (war?) und seit längerem gute Rendite abwirft:
Nach dem mysteriösen Verschwinden seines Lehrmeisters Xie Yi [ Archie Kao ] begibt sich der junge Abenteurer Yue Wuyi [ Wang Leehom ] auf die Suche nach diesem, wobei er auf dem zunehmend gefahrvollen Weg auf die ebenfalls die Fährte aufgenommenen Xia Yize [ Godfrey Gao ], einen Schwertkämpfer mit königlichen Blut, und die Kämpferin Wen Renyu [ Victoria Song ] trifft und sich das anfangs ungleiche Trio nach einiger gemeinsamen Gefahrenabwehr verbindet. Alsbald gelingt es ihnen noch, die gefangengehaltene Ruan [ Karena Ng ] zu befreien, stellt sich ihr scheinbarer Gegner Shen Ye [ Julian Cheung ] allerdings als nicht zu überwindendes Hindernis heraus und ist dahinter erst die eigentliche Bedrohung für die Menschheit zu finden.
So dünn die Handlung, genauso die Regie, und ebenfalls schmerzhaft ist der (nicht erwartbare?) Misserfolg bei den Zuschauer und sein fehlendes Zusammenspiel mit dem Publikum (die gerade online für eine verheerend schlechte Mundpropaganda sorgten, und das Desinteresse noch mehr erregten) wohl weniger für die Produzenten als vielleicht vielmehr für die Zuschauer und seinen Regisseur; das auf einem populären Rollenspiel basierende Geschehen hier ist von Import und Wanderer der Welten Renny Harlin inszeniert. Vertraut mit negativen Kritiken und einigen geschäftlichen Desastern, zu denen die Abenteuerwerke Cutthroat Island und The Legend of Hercules mit hohen Kosten und wenigen Gewinn gehören, sollte der Gang nach China für den Finnen der Neuanfang und der Aufbau einer zuletzt recht kläglichen Reputation sein. 2016 ist der erste Schritt dafür mit dem (eher lauen) Buddy Picture Skiptrace auch geglückt, was allerdings durch die Besetzung mit Jackie Chan dort kein Wunder ist und im Grunde auch keine Leistung, sondern eine Selbstverständlichkeit und schon fast die Pflicht.
Dort in der Regie auch bestenfalls genügend und seltsam unauffällig, wird der nunmehrige Abstecher in das für die Chinesen prädestinierte Genre der Fantasy eigentlich auch von einem Filmemacher angestrebt, der dafür nicht nur wegen der westlichen Herkunft eher ungeneigt wirkt. Der Umgang von außerhalb mit der landeseigenen Materie, die Sprachbarrieren vielleicht nicht bei den Hauptdarstellern hier, aber bei einem Gutteil des restlichen Teams und die Eigenheiten eines reines CGI Spektakelfilmes für einen Regisseur, der seine Meriten mit Modern Day Aktionfilmen geschaffen hat, geben ein schon von vornherein reichlich ungutes Gefühl.
Basieren tut das Ganze auf dem August 2013 veröffentlichten 3D Rollenspiel-Videogame Gu Jian Qi Tan 2 (=The tale of ancient swords 2), Nachfolger eines ehedem 2010 veröffentlichten Titels, welcher auch bereits medial adaptiert wurde und unter dem Namen Swords of Legend als Fernsehserie mit 50 Episoden und überragend guten Einschaltquoten produziert. Der Vorteil der überhand nehmenden Laufzeit dort gegenüber einem 105minütigen Einzelstück ist gerade bei diesem Genre vor allem auch in der Vorstellung der Charaktere und der Welt, in der sie leben gegeben, hierbei wird man inmitten in die Szenerie gestoßen und darf nicht selber erkunden, sondern wird durch das Areal gezogen und mehr geschubst als geführt. Harlin dabei auch nur als Erfüllungsgehilfe für die Effektspezialisten, wird von Beginn an mit der Tricktechnik geklotzt und gehobelt, wobei die viele Masse an Unterstützung aus dem Rechenknecht gerade auch nicht hilfreich der Qualität gegenüber ist und das Gesamterzeugnis vom Visuellen schon ein sehr durchwachsenes Gemisch.
Die Verschmelzung verschiedener Wirklichkeiten, verschiedener Arten von Lebeweise und eine Art Alles von Diesem und Alles von Jenen macht schon in der ersten halben Stunde die Augen recht müde und den Kopf recht wirr, ein Brei aus diversen Eindrücken, die auch schon von der niederen Machart der Umsetzung nicht nur der Hintergründe der Szenerie (eine Art Jahrmarkt mit Basar mit düsteren Wolkenhorizont) wenig gelungen ist, sondern auch in den Details (unterschiedliche 'mensch'gewordene Tierarten, sprechende Panda'dämonen', Löwen auf zwei Beinen als Torwache, Robotniks mit variierender Größe und Transformationsmöglichkeiten usw. usf.) oftmals nicht dem Standard entsprechen und bestenfalls durchsichtig, wie im Nebenher und auch oftmals wie 'weich gezeichnet' und nebulös gehandhabt sind. Ein großes Kuddelmuddel, optisch in seinen vorherrschenden Gold-, blassen Gelb- und ebenso blassen Brauntönen auch wenig einladend und auch keine Welt, in der man leben möchte und von der man träumt; wobei einige andere Sets später zumindest etwas besser gelungen sind. In der eingangs noch besten Szene wird (während eines Kampfes) in ein Bild gestiegen und dort in dieser beschaulichen Wasser- und Inselwelt für einen Moment weitergelebt; sobald das Bild aber während des Kampfes selber durch Feuer und Löschversuche angegriffen und beschädigt wird, macht sich dies auch in der entsprechenden Sphäre bemerkbar, ist das bis dato ruhige Eiland plötzlich von einem Großbrand umgeben und kurz darauf durch eine Art Tsunami bedroht.