Review

Wolfsblut tut selten gut

Wie weit dringt die Natur ein in uns Menschen,
wie lange können wir bringen, die Dunkelheit zum Glänzen?

Was trennt uns von reißerischen Wölfen und anderen Tieren,
wie lange kann man ohne Schäden in das große Schwarz stieren?

Ist das nach zwei intensiven Hits Saulniers Magnus Opus?
Oder sitzt vor allem das Netflixpublikum dabei lieber au'm Lokus?

Wozu sind Menschen fähig, was treibt uns an oder in den Wahn,
hat es einen Grund, warum wir haben den ein oder anderen spitzen Zahn?

"Wolfsnächte" bringt das Blut zum gefrieren,
versteckt eine echte Bestie hinter seinen berechnenden Manieren.

Beängstigend, mit einem heftigen Shootout ohne Reue und Licht,
fast wie bei einem Unfall, weggucken geht nicht.

Der böse Cousin von "Wind River" oder "The Grey",
er schlägt dir in den Unterleib ohne vorher zu sagen "Hey!".

Gemacht für das mitdenkende Publikum mit Anspruch und Mut,
ein eisiger Krimi, in dem es brodelt vor Wut.

Kein Wort zu viel, bedacht in jeder seiner Gesten,
am Rande der Menschheit herrscht nicht viel Liebe für den Nächsten.

Menschen, am Abgrund oder darüber hinaus,
sollten diese Schatten wirklich überall hausen, dann packt mich er Graus.

Die langen Arme der Zivilisation wurde brutal abgeschlagen und verbrannt,
hier wird zielgerichtet gegangen, niemals hektisch gerannt.

Saulnier beweist einmal mehr, dass mit ihm zu rechnen ist,
er wird der Letzte sein, der eine uninspirierte Flagge hisst.

Fazit: die Stunde des Wolfes im Menschen - "Hold The Dark" ist gnadenlos, entschleunigt, kraftvoll. Eine eiskalte Naturgewalt, die einem fast jeden Zugang blockiert. Saulnier bleibt ein junger Thrillermeister und seine Vision höchst intensiv, interessant, immersiv. Dies ist sein sperrigstes, nihilistischstes und animalischstes Werk. Doch es lohnt sich reinzufuchsen!

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