Review
von Blaine
Brian May und Roger Taylor haben einen Auftritt in einem Pub. Der Leadsänger und Bassist verkündet kurzerhand, dass er ohne die beiden weiter machen wird, so dass diese plötzlich ohne Sänger dastehen. Der ebenfalls beim Konzert gewesene Freddie Bulsara bekommt dies mit und bietet sich kurzerhand als Sänger an. Anfangs noch belächelt willigen die beiden Musiker aber ein, es mit ihm zu versuchen. Bereits bei seinem ersten Auftritt kann er die Menge begeistern. Das Demo, welches sie in der Folge aufnehmen, kann die Produzenten vollends überzeugen, so dass Queen geboren ist und eine Tour durch Amerika geplant wird. Und so nimmt die große Karriere und der große Erfolg Queens seinen Lauf, bis Freddies Eskapaden dazu führen, dass er sich mit dem HI-Virus infiziert...
Wertung:
"Bohemian Rhapsody" ist die Geschichte der Band Queen und die von Freddie Mercury, nicht mehr und nicht weniger. Dabei ist hier wahrscheinlich eine wirklichkeitsgetreue Darstellung vorhanden, so dass man hier auch von einer Autobiographie sprechen kann und nicht nur von einem Musikfilm. Dieser Film wirkt gerade durch die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers extrem authentisch, so dass man ihm auf jeden Fall die Rolle des Freddie Mercury abnimmt, und es kann durchaus sein, dass Freddie Mercury in der ein oder anderen Situation genauso gehandelt hätte. Gerade auch dieser extravagante und risikobehaftete Lebensstil wissen gekonnt zu überzeugen. Ob sich das genauso abgespielt hat, kann ich als nicht expliziter Queen-Fan nicht sagen. Was diesem Film leider fehlt, ist die persönliche Note mit den leisen Momenten oder mit einer Art Emotionalisierung, denn dieser Film zeigt zwar Beziehungen von Freddie auch zu einer Frau, letzten Endes verpufft dieser Handlungsstrang aber ohne, dass es nähere Einzelheiten dazu gäbe. Dies ist eigentlich schade, denn gerade das braucht ein solcher Film. Deshalb ist es praktisch nicht ganz das Herunterleiern von Fakten, aber es kommt dem sehr nahe. In über 2,5 Stunden kann mich deshalb "Bohemian Rhapsody" so begeistern, wie ich es erwartet hätte. Gerade auch vom Hörensagen und anderen Kritiken hatte ich mit durchaus mehr erhofft. Als Vergleich finde ich z. B. "A. Star is Born" wesentlich persönlicher und deshalb auch wesentlich besser, weil der Zuschauer mehr mitgenommen wird und die dargestellte Handlung deshalb mehr nachvollzogen werden kann.
Es mag sein, dass "Bohemian Rhapsody" autobiogpraphischer daher kommt, dennoch kann mich mit Ausnahme des Hauptdarstellers keiner als wirklichen Fan für diesen Film gewinnen.
Von der musikalischen Darbietung her sowohl was die Konzerte als auch was den Ton angeht, ist das alles in Ordnung, wenngleich hier natürlich der Darsteller nicht selber singt. Manchmal passt es dadurch nicht gut aufeinander. Das ist natürlich gerade bei einem solchen Film nicht möglich, dass der Hauptdarsteller selber singt. Bei "A Star is Born" oder z. B. auch bei "Evita" ist aber genau das der Fall. Gerade bei ersterem hat mich Bradley Cooper richtig gut überraschen können, da auch er kein ausgebildeter Sänger war. Deshalb kann "Bohemian Rhapsody" dort einfach nicht mithalten. Wenn man jetzt eine Bewertung für diesen Film geben möchte, so haltet ich ihm den Hauptdarsteller sowie die musikalische Darstellung in Form der Bildgewaltigkeit zu Gute. Negativ hingegen ist die Gesamtstory, da sie um Längen zu wenig Spannungsmomente oder tragische Komponenten aufweist, wie es ein solcher Film normalerweise braucht.
Als nicht expliziter Queen-Fan, der aber die eine oder andere Scheibe im Regal stehen hat, kann ich leider einfach nicht mehr als 06/10 Punkten vergeben. Kein schlechter Film aber für mich nicht gut genug um als Musikfilm wirklich in den Vordergrund treten zu können.