Review

Aufnahmeritual für angehende Patrick Batemans


„Pledge“ ist ein komprimierter, leicht gekippter und recht cleverer Party-Torture Porn der intellektuelleren Sorte - drei Loser wollen am Campus eigentlich einfach nur dazugehören und Eintritt in eine der Verbindungen oder zumindest eine von deren krachenden Parties. Doch es folgt eine peinliche Schmach und Ablehnung nach der nächsten. Doch als eine sehr abgeschiedene Bruderschaft im Wald mit ihnen eine Party schmeißt, die fast zu gut um wahr zu sein scheint, versteckt sich dahinter eine grausame, alptraumhafte Wahrheit und ein „Spiel“ auf Leben und Tod, auf Sterben oder Gewinnen, auf Erfolg oder Verlierer für immer in seiner reinsten, tödlichsten Form...

Geheimtipp - ja, das kann man zu „Pledge“ durchaus sagen. Auch wenn der beliebige und nichtmal an der Oberfläche kratzende deutsche Titel nicht viel verspricht und eher abschreckt. „Pledge“ hat einige Gedanken anzuregen was Erfolg, Dazugehörigkeit und Ellenbogengesellschaft betrifft, er bietet einen durchaus slicken Look und drei sympathische, gut gespielte Nerds, bei denen das Mitleiden nicht schwer fällt. Sowohl die Party- als auch die Folterexzesse haben es in sich, selbst wenn die ganz großen WTF?!-Momente (trotz Ratte und Köpfung) ausbleiben, man das niedrige Budget dann doch bemerken kann, das Ende deutlich abgehakt und plötzlich daherkommt. Doch im Großen und Ganzen ist „Pledge“ ein effektiver, punktgenauer Gutpunch und eine bitterböse Auf-die-Spitze-Treibung solcher Rituale, unserer Gesellschaft und besonders solcher sektenartigen Brüderschaften und deren ekliger Zeremonien und Weltanschauungen. Die Schattenseite am Campus in bizarr-bissige Tiefen getreten. 

Fazit: „Pledge“ wirkt wie eine harte, gesellschaftskritische Mischung aus „Superbad“, Verbindungsslasher und Torture Porn, ist knackig, kurz und kompromisslos. Selbst wenn im Endeffekt weder Schock noch Satire oder Sozialkritik die massive Durchschlagskraft besitzen, die man sich wohl im Idealfall erhofft hätte. Dennoch: diese Anwärterquälerei ist für alle schmerzhaft - nur nicht für den geneigten Horrorhead! 

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