Review

Inhalt:

Hongkong Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Sheng (Alexander Fu Sheng), Valentine (Patrick Tse) und Lolento (Natalis "Nat" Chan) sind Playboys wie sie im Buche stehen. Die 3 versuchen sich gegenseitig in der Disziplin "Mädchen aufreißen" zu übertrumphen.
Während Lolento sich -trotz oder gerade wegen- der Mithilfe des trotteligen Freundes (Lam Fei Wong) ziemlich schwer tut, sind Sheng und Valentine durchaus ziemlich erfolgreich, und bekriegen sich heftig.

Valentine´s Taktik ist es, den überaus gepflegten und superseriösen Grandseigneur und Bonvivant zu markieren. Sheng setzt auf "dicke Hose machen", hierbei seinen weißen Porsche Targa und seine mit allerlei technischem Schnickschnack ausgestattete ultramoderne Wohnung mit einbeziehend.
Als es gilt, die Disco-Queen Eileen zu erobern, gewinnt Valentine zunächst, dabei Sheng raffiniert austricksend. Doch im Nachhinein gelingt es Sheng, die junge Dame nach Hause einzuladen. Doch zu allem Überfluss hat sich hier schon Sheng´s Mutter (Lee Heung) einquartiert, die sich auf Besuch, aus Vancouver kommend, in Hongkong befindet. Mit dabei ist deren Krankenschwester Ah Mei (Cherie Chung), da die Mutter von Sheng eine Herzschwäche hat. Das sind denn 2 Frauen zu viel für Eileen, und diese verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

Sheng´s Mutter will ihren Sohn alsbald unter der Haube sehen..., und eine entsprechende Braut ist schon ausgesucht: Die Fernseh-Schauspielerin Rachel Yu (Lau Suet-Wa), die für die Hongkonger TV-Station TVB der Shaw Brothers arbeitet, soll Sheng´s Angetraute werden!
Sheng ist durchaus nicht abgeneigt, und versucht mit einem geschickten Täuschungsmanöver der Dame näher zu kommen. Zu dumm, dass sein Rivale Valentine das mitbekommt, der versucht, Rachel trickreich zu umgarnen.

Doch gelingt es Sheng, die Dame kennen zu lernen. Allerdings will Sheng sie alsbald wieder los werden, da die Bedingungen die Rachel an eine Heirat knüpft, denn doch auf den Magen schlagen, der Frau Mama geht es nicht anders.
Um Rachel los zu werden, soll Ah Mei mit Sheng ein Techtelmechtel anfangen. "Da kann mir nix passieren!" denkt sich Sheng, doch Ah Mei ist nur deshalb so unscheinbar, weil sie unvorteilhaft zurecht gemacht ist. Ist sie dies nicht, ist sie eine Schönheit!
Und Sheng verguckt sich in sie....!

Doch einstweilen konzentrieren sich die 3 Playboys auf ihr nächstes Opfer. Es gilt, die bildschöne Mao Yingying (Chin Wai Yee), die aus bestem Hause kommt, zu bezirzen!
Lolento verknallt sich in deren schöne Tante, so bleiben Sheng und Valentine. Doch letzterer geht leer aus..., Sheng gewinnt das Herz der jungen Dame!

Die Sache hat allerdings einen Haken: Mao´s Vater (Sek Kien) will nicht, das jemand mit seiner Tochter nur spielt, also muss schnellstens geheiratet werden. Ein äußerst dusseliger Priester (To Siu Ming) soll dies hastigst bewerkstelligen.
Als die Heirat unmittelbar bevorsteht, bekommt Sheng Fracksausen und kalte Füße! Gilt seine Zuneigung nicht eher Ah Mei...?

Sheng türmt vor dem Ja-Wort, und Mao´s Vater und dessen Bodyguards nehmen die Verfolgung auf. Können Sheng und Lolento die holde Ah Mei noch vor ihrem Abflug nach Vancouver abfangen.........?


Fazit:

"Hong Kong Playboys", so heißt die schmissig-spritzige und turbulente Hongkong-Komödie des Schmuddel-Regisseurs Wang Tsing (aka Wong Jing), die dieser im Jahre 1983 als einen der letzten Streifen des Darstellers Alexander Fu Sheng für die Shaw Brothers in Szene setzte.
Der Film gilt als einer der größten Kassenschlager des im selben Jahr bei einem Auto-Unfall verstorbenen Fu Sheng, und dieser Streifen gefiel mir als chinesische Nonsens- und Slapstick-Komödie gut.

Es sprühen die Gags, von denen natürlich nicht jeder gelungen ist, doch hat diese Komödie, diese reine Klamotte Witz, Tempo und ist spritzig durchinszeniert. Das ganze hat Drive, und man wird über 90 Minuten lang lustig komödial unterhalten. Ein reiner Unterhaltungsfilm ohne großen Anspruch.

Genau das, was Regisseur Wang Tsing wollte: Der Zuschauer soll nicht großartig nachdenken während seines Films, das ganze ist nicht als "große Kunst" konzipiert, der Zuschauer soll sich berieseln und unterhalten lassen.

Das gelingt Wang Tsing mit Tempo, den Drive, mit dem er die lustige Klamotte würzt. Und durch die fast ausnahmslos überdrehten Charaktere. Das bringt mich gleich mal zum Hauptdarsteller, zu Alexander Fu Sheng.
Fu Sheng, für mich eher ein Darsteller mit begrenztem komödiantischen Talent..., doch es gibt Ausnahmen: Für mich sind dies seine Darstellungen in "My rebellious son" (siehe mein Review auf dieser website), und eben hier "Hong Kong Playboys".
Denn wenn Fu Sheng so ganz für sich in einem Streifen rumalbert, der an und für sich ernsthaft angelegt ist, dann nervt das. Hier aber -und er grimassiert hier sogar eher noch dezent- ist er eine von vielen überdrehten Figuren, und da fällt er nicht dumm auf, da ergänzt sich alles! "Hong Kong Playboys", eine der gelungeneren komödiantischen Darstellungen Fu Sheng´s, der als einer der größten Stars der Shaw Brothers galt.

Sein Kontrapart ist hier Patrick Tse, und das ist von Wang Tsing ein geradezu genialer Schachzug. Zum hier hitzig-überdrehten Charakter Fu Sheng´s gesellt sich hier ein vornehm auftretender Galan und Bonvivant. Das kontrastiert sich, und gibt diesem Zusammenspiel und der ganzen Komödie ihren Reiz.

Doch ist hier Patrick Tse nicht nur ein Gegenspieler Fu Sheng´s, das das ganze Duellieren um die Gunst der Damen für beide spielerischer Natur ist, markiert hier Tse auch mal den väterlichen Freund, und gibt gerade Fu Sheng und Nat Chan auch mal Tips, wie man an die holde Weiblichkeit ran geht..., auch mal mit mehr Feingefühl.

Nat Chan spielt hier den etwas unterbelichteten Plastiktüten-Casanova und muss als dummer August herhalten, aber er macht seine Sache ganz tapfer. Die Damen Lau Suet-Wa, Cherie Chung und Chin Wai Yee..., nun, sie albern fleißig mit, doch geben sie den Herren auch mal Kontra, lassen sich nicht so billig einfangen. Auch das gehört zum Witz des Schmunzel-Filmchens.
Einen grandios-überdrehten Auftritt hat hier noch der Gast-Star des Streifens, Golden Harvest-Star Sek Kien, der einst neben Bruce Lee in "Enter the dragon" ("Der Mann mit der Todeskralle", siehe mein Review auf dieser website) Eastern-Geschichte schrieb. War er an der Seite von Bruce der überzogene Bösewicht, ist er es hier auch, doch wirkt er nicht wirklich gefährlich..., nur ein bisschen durchgeknallt. Aber er spielt das herrlich witzig, ich konnte da herzhaft lachen!

Chiang Kam als pummeliger Kumpel "Fatty" in einer Nebenrolle, und Shaw´s Schiel-Hannes vom Dienst To Siu Ming, der schon in "The fake ghost catchers" und "The treasure hunters" (siehe meine Reviews auf dieser website) an der Seite von Alexander Fu Sheng agierte, sind hier für den sinnfreien Klamauk zuständig und runden das schräge Ensembel ab.

Wang Tsing würzt seine turbulente Komödie auch noch mit etwas Action, und diese ist natürlich etwas slapstickhaft angelegt. KungFu-Fights im klassischen Sinne fehlen, nur ganz zum Schluss, als in einer irrwitzigen Final-Sequenz Sek Kien´s Bodyguards Nat Chan und Alexander Fu Sheng in einer Turnhalle stellen, wird etwas Martial Arts angedeutet, akrobatisch-witziger Slapstick steht aber im Vordergrund. "Hong Kong Playboys" ist natürlich kein Eastern, sondern eine Hongkong-Komödie. So ist denn dieser Film auch ein zum Schmunzeln anregender Streifen für Fans der Shaw Brothers, die ihre KungFu-Helden auch mal in ganz anderen Genres erleben möchten.

Wang Tsing drehte seinen Film kaum wahrnehmbar für die Studios der Shaw Brothers, er geht raus auf die Straßen der damaligen Kronkolonie, und man sieht einige Locations der Weltfilm-Metropole (das ist sie jedenfalls für mich) Hongkong. Die Szenen in der ultramodernen Wohnung Fu Sheng´s (im Film) dürften auch in einer solchen gedreht worden sein. Das gibt dem Streifen nicht unbedingt die typische Shaw-Note, war aber mal was anderes.

"Hong Kong Playboys", keine hohe Kunst, aber ein unterhaltender, leichter Streifen..., was für die Freunde lockerer, witziger Hongkong-Komödien. Das reicht für knappe 7/10 Punkte.

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