Unglaubliche sieben Minuten und fünf Sekunden setzt der portugiesische Regiedebütant Paulo Leite ein Lichtblitz-Stroboskop ein. Das heißt in etwa: 0,8 Sekunden Dunkelheit, 0,2 Sekunden bewegte Bilder im Halbdunkeln. Mitten in der Geschichte wäre das bereits anstrengend genug, doch es sind die finalen, im Endeffekt wenig erhellenden Impressionen einer Geistergeschichte.
Im Kampf gegen Alzheimer arbeitet die Neurowissenschaftlerin Helen (Celia Williams) an einer Therapie, welche es ermöglichen soll, mit Patienten in Kontakt zu treten. Um ihre Thesen zu untermauern, arbeitet das Medium mit Geistern, doch nicht alle sind ihr freundlich gesinnt…
Die Erzählung steigt mit einer interessanten Vorstellung ein: Was wäre, wenn Kommunikation mit einem Komapatienten möglich wäre, indem mittels elektromagnetischer Energie ein bestimmter Teil des Gehirns angesprochen wird. Leider bildet dieser Aspekt einer von vielen, die kaum weiter ausgeführt werden. So wird der Suizid von Helens Tochter anfangs kurz bebildert und später noch einmal erwähnt, doch obgleich es ein zentrales Thema der Hauptfigur ist, wird auch hier nicht konkreter darauf eingegangen. Oder das Medium Elsa, welches sich Hilfe suchend an Helen wendet, weil sie von einem Dämon verfolgt wird. Es mangelt an konkreten Hintergründen.
Mit paranormalen Erscheinungen ist es derweil nicht weit her, zumal sich im Verlauf eine erdrückende, einschläfernde Dialoglast breit macht. So tauchen nur zwei halbwegs freundliche Geister und ein Dämon auf, wobei letztgenannter zumindest mit überzeugendem Make-up in Szene gesetzt wurde. Die einzig nennenswerte Gewalteinlage ist für die FSK16 sogar relativ heftig, denn man sieht die Folgen eines Großkalibers recht lange.
Ansonsten wird ausladend über mögliche Forscherpreise und entsprechende Finanzierungen debattiert, 3D-Drucker bringen zuweilen Unheimliches hervor und Geister können offenbar schneller rechnen als jeder Lebende. Auf darstellerischer Ebene, das unterstreicht die durchwachsene Synchro deutlich, überzeugt einzig Celia Williams als Helen, alle anderen performen unterdurchschnittlich. Die kargen Settings geben nichts her und auch der uninspirierte Score reißt nichts.
Das verhunzte Finale beschert dem ohnehin nicht spannendem Treiben den Genickbruch und Epileptikern möglicherweise einige Schwierigkeiten, während der Stoff rund um Gehirnforschung und die Frage nach der Existenz nach dem Leben zu Oberflächlichkeiten verkommen. Die inneren Geister sollte man definitiv ruhen lassen.
3 von 10