Review

Kevin Costners Endzeitepos war damals ein grosser Flop, doch warum eigentlich? Zunächst zur Story: Amerika wurde durch einen Atomkrieg zerstört, die Regierung gibt es nicht mehr, stattdessen bestimmt eine Militärgruppierung um General Bethlehem das Gesetz und verbreitet Angst und Schrecken in der Bevölkerung. Die Menschen haben sich in wenigen kleineren Städten zusammengepfercht und zahlen Tribut an den General. Costner spielt zunächst einen Shakespeare-Darsteller, der jedoch dann in die Armee von General Bethlehem gezwungen wird. Dieser kennt sich ebenfalls mit Shakespeare aus und ist eigentlich auch so recht gebildet, weshalb ihm Costner gleich auffällt. Costner gelingt es allerdings zu fliehen. Er findet die überreste eines Postboten, zieht sich dessen Uniform an, und gibt sich nun als "Postman" aus um so zu Essen und Trinken zu gelangen. Die Menschen bekommen allerdings so wieder Hoffnung, vor allem weil er ihnen vorschwindelt, es gäbe wieder eine Regierung und bevor er weis wie ihm geschieht, trägt er tatsächlich Briefe aus...

Soweit so gut. Costner spielt seine Sache ziemlich gut, als Held wider Willen, und auch sämtliche Nebendarsteller machen ihre Sache gut. Sehr erfreulich ist auch, das der "Bösewicht" General Bethlehem keine eindimensionale Figur ist, sondern ebenfalls gute wie schlechte Seiten hat und zwischenzeitlich fast schon sympathisch wirkt.
Die Story ist wirklich gut und spannend erzählt. Costner erspart uns ausschweifende Bilder von zerstörten Städten etc, um sich so mehr auf die Menschen zu konzentrieren was aus denen geworden ist und um die einzelnen Charaktere weiterzuentwickeln. Zusammen mit einer schönen Kulisse und toller Musik, entwickelt sich so ein klasse Endzeit.-Epos! Spannung und Action ist auch vorhanden, ohne das ganze in einen platten Actionfilm zu verwandeln. Normalerweise wäre dieser Film ein klarer Kandidat für eine 10/10 Punkte Wertung wenn da nicht diese letzte halbe Stunde wäre. Hier gibt es mit einem Schlag zunächst einen Zeitsprung nach vorne, der auch nicht weiter erklärt wird [SPOILER] Wie kommt Costner, der doch eben gerade noch dem ganzen Geschehen den Rücken zukehrern wollte, plötzlich mit einer Armee zu dem letzten Gefecht? Und woher haben seine Leute plötzlich wieder Unifomen die sie doch vorher verbrannt haben?[SPOILER ENDE]
Dieser Punkt wird nicht weiter erklärt, und ist auch von der StoryEntwicklung her ziemlich unlogisch. Am Ende kommt es dann zum unausweichlichen Kampf zwischen Costner und dem General, gewürzt mit einem dicken Schuss Patriotismus und einer Schlusszene in der Costner nochmals geehrt wird für seine Heldentaten, die aber irgendwie überhaupt nicht mehr passt.
War ihm da nichts vernünftiges mehr eingefallen? Man weis es nicht. Trotz des unlogischen Endes und des Patriotismusses ist allerdings auch das Ende reichlich spannend, wenn auch vorhersehbar.

FAZIT: Ich persönlich habe keine Ahnung warum dieser Film so verissen wurde. Ich habe ein spannendes Endzeitepos gesehn, mit guten Darstellern, toller Kulisse und schöner Musikuntermalung, das nur durch ein blödes Ende leicht versaut wurde. Daher geb ich 9/10 Punkten

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