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Wer sich wundert, warum der einstige Topstar Kevin Costner heute in Hollywood nichts mehr zu melden hat, der muss sich nur mal seine beiden Geld fressenden Epos-Ungetüme WATERWORLD und POSTMAN reinziehen, am besten im Doppelpack. Der hier ist sogar der Schlimmere von den beiden, weil er visuell wesentlich weniger beeindruckend ist. Es steckt auch so wenig Science Fiction in diesem postapokalyptischen Science Fiction Abenteuer, dass ich zeitweise das Gefühl hatte, mir einen gewöhnlichen Western oder Pferdefilm anzusehen - und das kann ja wohl nicht der Sinn der Sache gewesen sein! Das hält THE POSTMAN trotzdem nicht davon ab, genau wie ein verstaubtes New Frontier Sülzwerk aufdringlich moralisch, patriotisch, pathetisch und darum kitschig zu sein. Wie kann nur etwas, das so viel Zaster verschlingt, hinterher so wenig Spaß machen?!
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Es ist schon immer wieder aufs Neue erstaunlich, wozu amerikanischer Pathos in der Lage ist. In Ermangelung eigener historischer Vergangenheit wird mal wieder ein Endzeitszenario dafür hergenommen, den großen Freiheitskampf des amerikanischen Volkes (welches auch immer das sein möge) darzustellen. Ein ehemaliger Postbote und ein vormaliger Vertreter für Kopiergeräte stehen sich also als Retter der Menschheit gegenüber, wobei schon von Anfang an klar ist, wer von beiden die "richtige" Seite vertritt. Spätestens, als im Duell der beiden Protagonisten von dem Postboten der Satz gesprochen wird"...für die Vereinigten Staaten...", musste ich einen Magenbitter zu mir nehmen, weil es mir sonst hochgekommen wäre. Fazit: Für alle, die immer schon einen amerikanischen Pass als das Höchste der Gefühle angesehen haben, ein absolutes Muss, alle anderen sparen sich das Geld für die Videothek und kaufen sich einen Döner.
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„Postman“ ist ein Endzeit-Epos von und mit Kevin Costner. Es gibt einiges Schlechtes über den Film zusagen. Angefangen mit der Story, die nicht sonderlich interessant ist. Positiv zu bewerten sind auf alle Fälle die schönen Bilder der Landschaft. Im Großen und Ganzen ist der Film aber in Ordnung. Wenn Kevin Costner die Regiearbeit gelassen hätte und nur auf die Schauspielerei konzentriert hätte, wäre es besser gewesen. 6 von 10 Punkten
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Postman ist ein klassischer Fall von Gut gedacht, schlecht gemacht. Irgendwie typisch Kostner ;) Das Potential der Geschichte wird kaum genutzt und gleitet gegen Ende, wohl aus kronischem Ideenmangel, in dreist an den amreikanischen Bürgerkireig angelehnten Patriotismus ab. Ja es ist teilweise dermaßen übertrieben, daß es einem fast die (Freuden)Tränen in die Augen treibt. Den ganzen Film über bleibt zudem Kostners Charakter absolut einschichtig und blass, ja er ist sogar unsympathisch. Die Krone setzt dem Film das absolut lächerliche Ende auf in dem wirklich entgegen aller Erwartungen fast nichts passiert. Da der Film übermäßig lang ist, ist er nur bedingt zu empfehlen. Schlussendlich ein Film, den man sich einmal ansehen kann, einen Meilenstein des Films ist er aber beileibe nicht. Das Grundpotential hierzu wurde leichtfertig verspielt...