iHaveCNit: (on Netflix): Outlaw King (Release: 09.11.2018/ First Look: 2018)
Mir gefallen Filme über Epochen und Ereignisse der schottischen Geschichte sehr, egal wie sehr sie aus dramaturgischer Sicht angepasst worden sind. Dazu gehören Justin Kurzels „Macbeth“, Michael Caton-Jones „Rob Roy“ und auch Mel Gibsons „Braveheart“, dessen Fortsetzung im Geiste nun der vom schottischen Regisseur David Mackenzie für Netflix produzierte Film „Outlaw King“ ist. Wie schon bei seinem vorigen Film „Hell or High Water“ arbeitet Mackenzie wieder mit Chris Pine zusammen.
Es geht um Robert De Bruce, der eigentlich nach dem verlorenen Freiheitskampf von William Wallace dem englischen König Edward dem Ersten seine Treue geschworen hat. Nachdem er zum schottischen König gekrönt wird, entfesselt er damit den Zorn der Engländer, die ihn fortan jagen und zum Gesetzlosen erklären. Bei seiner Flucht schart er viele Schotten um sich, um seinen Kampf für die schottische Unabhängigkeit zu gewinnen.
„Outlaw King“ ist ein klassischer Historienfilm, der seine Stärken daraus zieht, sich sehr die Mühe zu geben, authentisch und historisch sehr genau die Ereignisse und viele weitere Sachen wie Sets, Kostüme, Ausstattung und Darstellung einiger Bräuche abzubilden. Das erzeugt eine ungemein stimmige Atmosphäre. Man spürt, dass mit David Mackenzie ein Regisseur am Werk gewesen ist, der als Schotte vermutlich genau wusste, wie er den Film möglichst historisch genau in Szene setzt. Bei all der historischen Genauigkeit leidet hin und wieder die Emotionalität in einigen Momenten, da das natürlich etwas nüchtern rüber kommt und die Handlung wirkt durch die 2 stündige Laufzeit etwas gehetzt und lückenhaft. Auch sind die Action-Höhepunkte etwas kurz und rar gesät, aber das was man dann geliefert bekommt ist super inszeniert und choreographiert. Ein Highlight des Films ist eine Plansequenz zu Beginn, die erst in einem Zelt stattfindet, dann aus dem Zelt heraus um einen kleinen Schwertkampf, wieder ins Zelt und dann an der anderen Seite des Zeltes hinaus auf eine Belagerung einer Burg. Das ist eine extrem geile Sequenz, die mir gut gefallen hat. Darstellerisch wird natürlich auch gute Arbeit geleistet, selbst wenn sich über die Besetzung von Chris Pine diskutieren lässt. Ehrlich gesagt finde ich den Vertriebsweg des Films über Netflix schade, denn die Bilder hätten sich auch super auf einer Kino-Leinwand gemacht und eine etwaige Auswertung auf Blu-Ray gut in meinem eigenen „Schottland“-bezogenen Bereich meiner Filmsammlung. In die natürlich ein „Outlaw King“ definitiv seinen Platz gefunden hätte.
„Outlaw King“ - My First Look – 8/10 Punkte.