Regisseurinnen sind im Horrorbereich immer noch selten vorzufinden, kombiniert mit der vermeintliche Männerdomäne des Westerns mag man beinahe von einer Rarität sprechen. Da klingt die Prämisse einer Geschichte aus rein weiblicher Perspektive umso reizvoller, doch die fade Herangehensweise legt nahezu jeden interessanten Ansatz kurzerhand schlafen.
Die amerikanische Prärie im ausgehenden 19. Jahrhundert: Lizzy (Caitlin Gerard) lebt seit rund acht Jahren mit Isaac auf einer einsam gelegenen Farm und ist froh, nach langer Zeit mit Gideon und Emma neue Nachbarn zu bekommen. Doch die Freude währt nur kurz, da Lizzy zunehmend dämonische Präsenzen wahrnimmt…
Der geflügelte Begriff „durch den Wind“ erfährt hier eine erweiterte Deutung, sofern nicht doch paranormale Kräfte am Werk sind. Ein Leben völlig abseits der Zivilisation kann eigentlich nur der Mann aus den Bergen, Einsamkeit und Isolation sind für die meisten Erdenbewohner nicht gemacht. Und obgleich es abwegig erscheint, dass es Dämonen in diese, nun ja, gottverlassene Gegend zieht, - ausschließen lässt sich dies über weite Teile nicht.
Aufgrund der nicht linearen Erzählweise, - diese springt munter zwischen drei Zeitebenen hin und her, verlangt der Zugang erhöhte Aufmerksamkeit ab, um nicht darin zu verkommen, wer eventuell gerade schwanger ist und bei wem ein Ziegenbock als Mitbringsel des Leibhaftigen gerade vorspricht. Der Fokus liegt klar auf Lizzy, welche die meiste Zeit allein ist (wo treibt sich Isaac die ganze Zeit herum, wenn da doch weit und breit nichts los ist?). Als sie beim Aufhängen der Wäsche zwei Wölfen begegnet, gerät das für einige Momente durchaus spannend, doch dann folgt lange Zeit gar nichts, was in irgendeiner Form interessant erscheint.
Mal ein Tagebuch gefunden, mal einem Reverend begegnet, einmal mehr eine praktische Dämonenbroschüre hervorgekramt. Und weil die Synchro nicht vollends überzeugt, kann man hinsichtlich der rar gesäten Dialoge auch mal die Tonspur wechseln, - aufgrund zahlreicher Durststrecken bleibt genügend Zeit dafür. Schade um die versierte Kamera und das ausdrucksstarke Spiel von Caitlin Gerard, doch nach allerspätestens einer Stunde gerät die Chose nur allzu offensichtlich, auch oder gerade weil eine minimale Actionsequenz eingeschoben wird. Da ist die Protagonistin mal kurz vom Winde verweht.
Ansonsten ergeben die rund 88 Minuten ein recht dröges Horror-Drama im Westerngewand, das mit seiner sprunghaften Erzählweise nur unnötig verwirrt, obgleich als Pointe nur zwei Möglichkeiten in Betracht kommen. Audio-visuell mit ansprechenden Ansätzen, inhaltlich ein harter Geduldsbrocken und ein laues Lüftchen in Sachen Horror.
4 von 10