Review

kurz angerissen*

Respekt an Nicole Kidman und ihre Visagistin, die für „Destroyer“ offenbar den Charlize-Theron-Monster-Modus eingelegt und ihn für den ultimativen Effekt noch ein wenig frisiert haben: Viel abgewrackter kann man das Elend kaum auf ein einzelnes Gesicht projizieren. Ein Wunder, dass die von Kidman verkörperte Polizistin und Mutter überhaupt noch auf zwei Beinen stehen kann, denn dem Asphalt ist sie eigentlich näher als dem aufrechten Gang. Das Drehbuch hat auch keine Skrupel davor, sie noch zwei weitere Stunden erbarmungslos mit der Visage durch den Dreck zu schleifen, während die Sonne vom Himmel über Los Angeles aggressiv auf ihrer Haut brennt.

In verschachtelten Rückblenden, die ohne sichtbare Nähte immer wieder in die Gegenwartserzählung eingeflochten werden, lüftet sich nach und nach der Grund für das desolate Erscheinungsbild der Hauptfigur. Psychologisch sind die aus der Vergangenheit gewonnenen Erkenntnisse wenig ergiebig (bisweilen sogar banal), dafür verhelfen sie dem Film zu einer äußerst kunstvollen Struktur. Die entpuppt sich schließlich als eigentliche Qualität des Films, auch wenn sie auf Dauer zu ausgewogen bleibt. Wenn man schon das Kaputte der Hauptfigur so extrem auslotet, dass es nichts mehr zu verlieren gibt, kann man das Gaspedal eigentlich spätestens zum Abgang auch mal voll durchdrücken.


*weitere Informationen: siehe Profil

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