Steven Seagals Kinopremiere aus dem Jahre 1988 kann überzeugen. Dies ist nicht nur der professionellen Inszenierung seitens Action-Spezi Andrew Davis zu verdanken, mit dem er vier Jahre später seinen wohl größten, noch spektakuläreren Hit "Alarmstufe: Rot" drehen sollte, sondern auch einem für Actionverhältnisse annehmbaren, flotten Drehbuch - jeweils Dinge, von denen aktuelle Seagal-Produktionen zumeist nur träumen können.
Beginnend mit einer eher unscheinbaren, verdeckten CIA-Operation in Vietnam und endend im düsteren, bleihaltigen amerikanischen Großstadt-Dschungel Chicagos sorgt Ex-Agent Nico für unterhaltsamen Kurzweil zwischen Attentatsplänen und Gangsterbossen. Die städtischen Kulissen sind hierbei abwechslungsreich und altmodisch stimmig eingefangen und bieten einen ansprechenden Background für die kurzen, dafür knackigen Actionszenen. Zumeist setzt es ziemlich brutale Hiebe aber auch geschossen werden darf ebenso, wie einige Autos (allerdings ohne Pyrotechnik) zu Schrott verarbeitet werden. Blut fliesst zwar nie in Strömen, dennoch ist der Härtegrad beachtlich.
Seagal selbst gibt sich wortkarg und arm an Mimik wie man ihn seit jeher kennt. Kurzum: Ein beinharter 80er-Klassiker mit einem noch athletischen Steven, wie ihn der geneigte Fan immer wieder gerne aus ddem Videoregal kramt. Ebenfalls sehenswert in halbwegs jungen Jahren: Pam Grier und im weiteren "Basic Instinkt"-Star Sharon Stone - wenn gleich beide hier bei recht klein bleibenden Parts keine echten Aktzente zu setzen vermögen.
Mit seiner harten Action und der relativ spannenden Story, deren familiäre Nebenstrenge zudem durchaus annehmbar geraten sind, ist "Nico" Genrefans sehr zu empfehlen - auch in den (leicht) gekürzten FSK16-Fassungen! Allerdings sollte man keine ausgefeilten Action-Massaker wie in seinen späteren Werken erwarten, den "Nico" ist in vielerlei Hinsicht noch eher eine Fingerübung - wenn auch eine sehr Gute!