In dieser Stadt ist der Polizeiausweis nur eine weitere Waffe.
Ein Chicago‑Thriller der späten 80er, in dem die Korruption härter zuschlägt als die Action.
Above the Law beginnt in einem Chicago, das längst von institutionellem Verfall ausgehöhlt ist. Steven Seagals Debüt mag voller Aikido‑Moves stecken, doch das eigentliche Gewicht des Films liegt im geschundenen Puls der Stadt – Gassen, Informanten, Hinterzimmerdeals und ein Protagonist, der diesen Krieg schon kämpft, bevor der Vorspann überhaupt läuft.
Der eigentliche Brennpunkt ist Pam Grier, die dem Film eine Klarheit verleiht, die er ohne sie nicht hätte. Ihre Präsenz öffnet eine Perspektive, für die in den meisten weiß geführten 80er‑Actionthrillern kein Platz war. Als schwarze Partnerin eines weißen Cops in einer Stadt, die für Menschen wie sie nach anderen Regeln spielt, erkennt sie Gefahr früher, liest Machtverhältnisse schneller und wirkt wie die einzige Figur, die wirklich versteht, wie Chicago funktioniert. Grier erdet den Film emotional wie politisch – die eine Instanz, deren Instinkt den Lärm durchschneidet.
Der Film ist nicht subtil, aber er muss es auch nicht sein – ein benommener Schnappschuss einer Stadt am Rand des Zusammenbruchs und die bittere Wahrheit, dass Gerechtigkeit selten sauber daherkommt.
Memorable Moment
Auf einer Straßenecke hängen drei Schwarze Typen mit einem weißen Freund ab. Der Weiße provoziert, lehnt sich zu weit vor – Nico schickt ihn mit einem einzigen, trockenen Schlag zu Boden. Beim Weitergehen fragt er ruhig: ‚Alles okay?‘ Einer antwortet: ‚Alles okay, Bruder.‘ Ein anderer ruft ihm hinterher: ‚Peace, brother.‘
Black Actor Visibility Log
Major Supporting: Pam Grier
Supporting: Thalmus Rasulala, Gregory Alan Williams
Minor: India Cooper, Michelle Hoard, Gene Barge
Quick Facts
• Gedreht in echten Chicagoer Vierteln, die von Korruptionsskandalen geprägt waren – das verleiht der Action ihre Straßenhärte und erklärt die ungewöhnlich sichtbare Black Presence im Hintergrund.
• Die Kirchenszene entstand in einer realen Gemeinde im South Side – ein selten authentischer Black‑Community‑Moment im Studio‑Actionkino der späten 80er.
• Pam Grier gehörte zu den wenigen schwarzen Schauspielerinnen, die in den späten 80ern als ernsthafte Partnerfigur in einem Studio‑Actionfilm besetzt wurden – ein Schritt weg vom Blaxploitation‑Image hin zur respektierten Charakterdarstellerin.
• Gregory Alan Williams, Marine‑Veteran und Autor, wurde später eines der sichtbarsten schwarzen Gesichter im US‑Network‑TV der 90er (Baywatch).
• Gene Barge, India Cooper und Michelle Hoard stehen für die starke Verankerung des Films in Black Music und Black Theater: Barge als Chicago‑Soul‑Legende, Cooper aus der New Yorker Black‑Theater‑ und Voice‑Acting‑Szene, Hoard als prägende Kraft der Black‑Theater‑Ausbildung in Chicago.