Review

iHaveCNit: Maria Stuart, Königin von Schottland (2019)
17.01.2019

Irgendwann letztes Jahr habe ich beim regelmäßigen Durchforsten nach neuem Filmmaterial gesehen, dass ein Film über Maria Stuart in der Produktion ist und irgendwann im November 2018 hätte starten sollen. Doch der Termin wurde auf den Januar 2019 verschoben. Bei der Besetzung habe ich feststellen können, dass man in den wichtigsten Rollen Saoirse Ronan und Margot Robbie besetzt hat, die aktuell zu den erfolgreichsten jungen Darstellerinnen gehören und letztes Jahr um einen Goldjungen konkurriert haben. Konkurrentinnen sind sie in „Maria Stuart, Königin von Schottland“ auch, denn es geht um den Thron eines geeinten Königreichs. Also war es für mich an der Zeit für starkes, historisches Kino.

Maria Stuart ist noch kein Jahr alt, dann wird sie zur Königin Schottlands ernannt. Sie ist 18, als sie verwitwet aus dem französischen Exil in ihre unruhige Heimat zurückkehrt um ihr Thronrecht in Anspruch zu nehmen. Doch zu dieser Zeit sitzt Elisabeth auf dem englischen Thron und es kommt zu einem schicksalhaften Kampf um die Alleinherrschaft und um die Einigung des Königreichs.

Es mag zwar bereits einige Verfilmungen über Mary Stuart und auch Elisabeth geben, aber ich habe bisher eben nur den aktuellen Film von Josie Rourke gesehen. Aber ich habe mich vorher etwas mit dem historischen Hintergrund beschäftigt. In der GEO Epoche Nr. 84 „Schottland – Die Geschichte hinter den Mythen“ befindet sich ein schöner und kompakter Beitrag mit allen wesentlichen Informationen zu Maria Stuart. Die schottische Geschichte im Allgemeinen eignet sich ja hervorragend für historische Filme, egal ob „Braveheart“ ; „Macbeth“ ; „Rob Roy“ ; „Outlaw King“ und nun auch „Maria Stuart, Königin von Schottland“. Der Film ist visuell beeindruckend gelungen. Die Kostüme, die Sets, das Haar- und Make-Up-Design passen perfekt. Die Bilder von John Mathieson und die Musik von Max Richter machen den Film wirklich zu einem audiovisuellen Fest. Auch ein Fest ist die Darstellung von Maria Stuart und Elisabeth durch eben Saoirse Ronan und Margot Robbie. Man nimmt Robbie zu jeder Zeit die schwere Bürde ab, die sie tragen muss und auch Ronan weiß, wie sie sowohl eine starke Königin spielt, aber auch ein gewisses Maß an Naivität, Gut- und Leichtgläubigkeit hervorblitzen lässt, was mitunter auch eine große Schwäche von Maria war. Beide Frauen hatten es damals richtig schwer, sich bei all dem Misstrauen und den Manipulationen in den eigenen Reihen zu behaupten. Das angedichtete finale Aufeinandertreffen beider Charaktere bildet dann einen emotionalen und kraftvollen Höhepunkt des Films. Gerade wenn man sich etwas mehr auf solche Einfälle fokussiert hätte, wäre ein Großteil der fortlaufenden Handlung sicherlich etwas spannender und dramaturgisch interessanter geworden. Denn hier scheint man beim Film vermutlich mehr daran interessiert gewesen zu sein, eine biografisch orientierte Geschichtsstunde über Maria Stuart zu erzählen, die an manchen Stellen auch recht nüchtern rüberkommt und das Tempo etwas ausbremst. Aber sonst bleibt „Maria Stuart, Königin von Schottland“ ein sehr schönes Stück historisches Kino.

„Maria Stuart, Königin von Schottland“ - My First Look – 9/10 Punkte.

Details
Ähnliche Filme