Mit Hexenbrettern ist das so eine Sache, denn bis auf „Ouija – Ursprung des Bösen“ entpuppten sich alle anderen Horrorfilme über dieses Thema als Rohrkrepierer. Da bildet der TV-Streifen des Italieners Andrea Mugnaini keine Ausnahme.
Austauschstudentin Kate befindet sich in den letzten Wochen ihres Aufenthaltes in Italien, als sie unerwartet ein einsam gelegenes Haus von ihrer nie gesehenen Oma erbt. Mit drei Freunden inspiziert sie das Gemäuer, wobei man auf dem Dachboden ein Ouijabrett findet. Nach zaghaftem Austesten scheinen sich Spannungen in der Gruppe breit zu machen…
Das einzig Gruselige ist das gemalte Portrait von Oma Theresa, der man weder im Hellen, noch im Dunkeln begegnen möchte. Ansonsten handelt es sich bei den Freunden um ausgemachte Unsympathen, da spätestens ab Mitte nur noch gekeift und gestritten wird und niemand den Versuch startet, ein wenig Rationalität in die Runde zu werfen. Am Rande mischt noch ein einäugiger Hausmeister mit, dessen erster Auftritt, italienisch fluchend und mit einer Axt im Schlepptau, auch nicht gerade von sonnigem Gemüt zeugt.
Dabei ist das erste Drittel noch einigermaßen tauglich gestaltet, als die Freunde die maroden Räumlichkeiten inspizieren und eher zufällig eine verdeckte Tür entdecken. Die Durchführung der Seance ist hingegen von kurzer Dauer, denn nach etwas Lichtflackern und einem offenen Fenster ist die Angelegenheit nach zwei Minuten beendet. Was folgt, ist auf paranormaler Basis ein Schatten im Hintergrund, für mehr Effekte langte das Budget offenbar nicht.
Entsprechend liegen die Nerven der Figuren blank, doch anstatt schlicht abzureisen, verirrt man sich im Wald oder verteidigt sich im Stockdunkeln mit einer Waffe. Letztlich verhalten sich alle so dämlich, dass ein kollektives Ableben nur folgerichtig wäre.
Ohnehin verliert das Drehbuch im Verlauf komplett die Linie und kehrt Aspekte unter den Teppich, die zuvor noch bewusst ins Spiel gebracht wurden. Die Geheimnisse einer Familientragödie werden lediglich angedeutet, ein Glücksbringer verschwindet irgendwann komplett von der Bildfläche und warum sich Figuren plötzlich verändern, wird erst gar nicht hinterfragt. Zu alledem passt das Ende, welches inmitten der Handlung eingeläutet wird und natürlich jeden Anflug einer Pointe vermissen lässt.
Die Leistungen der Darsteller heben sich da nur minimal vom schlechten Gesamteindruck ab und auch der Score fällt nicht weiter auf. Die Location ist okay, an der Kameraarbeit ist nicht viel auszusetzen, doch die Geschichte beinhaltet weder spannende noch atmosphärische Momente und könnte auch das Resultat diverser weggeworfener Drehbuchseiten sein.
2 von 10