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Wenn etwas „The School – Schule des Grauens“ heißt, dann hat höchst wahrscheinlich ein unterkoffeinierter Marketingmitarbeiter mal wieder vorsorglich gedacht, dass müsse man den Deutschen besser ganz deutlich dahinter schreiben, weil sonst raffts ja keiner und alle hoffen auf „Fack ju Göhte 5“ oder sowas.

Aber selbst wenn die Medien den Film mit einem Horrorstempel veredeln, kann man dennoch auf dem falschen Fuß erwischt werden – und so ist das auch mit „The School“.

Eigentlich haben wir es hier mit einer eher fantasylastigen Story zu tun, die man durch einen Horrorvollautomaten gefiltert hat und schon gibt die Werbemaschinerie ihren Produkten die Sporen.

Zentral werden hier allerdings mehr klassische Vorbilder zusammen gemicht, die auf den ersten Blick nicht passen wollen: da ist die Afterlife-Storyline, die für die Protagonisten immer bedeutet, dass sie tot sind, sterben werden oder sich gefälligst mal entscheiden sollen, was davon das Beste ist. Bei Bedarf ist es auch mal die Koma-Storyline.

Mit im Mixer: „Herr der Fliegen“ und ein wenig „Peter Pan“, also von dem Zinnober die „Lost Boys“.
Noch ein paar Gewürze aus Resident Evil und irgendein magischer Kokolores und fertig ist die Jenseits-Schule, runtergekommen und verrammelt, während draußen im Nebel die Creeper heulen und drinnen möglichst nicht gesungen werden darf (jaja, das ist wirklich so drin).

In diese Endzeit-Belagerungssituation gerät die Ärztin Amy, als sie aus einer ziemlich modderigen Badewanne auftaucht. In Windeseile hat sie ein paar Kiddies und Teenager an den Hacken und dient als Ersatzmama, während sie die Regeln der Unterwelt lernt, um zwischen Schmodderzombies und Vor-dem-Fenster-Jaulern zu überleben. Interessiert ist sie vor allem am Aufenthaltsort ihres Sohnes, der in der realen Welt seit zwei Jahren im Koma liegt, weil Mutti die Maschinen nicht abstellen will.

Mit ein paar Rückblicken im Rücken ahnt man dann auch irgendwann, was genau Amy in die Unterwelt verschlagen hat, auch wenn lange Zeit nicht so ganz klar wird, wo sie denn nun gerade steckt: im Jenseits, im Zwischenreich oder in den Fängen einer dämonischen Entität.
Was dann auch der Hauptgrund für all die Schwächen dieses heeren Versuchs, einen Fantasy-Horrors mit Gegenwartsbezügen zu machen, ist: ein allgemeiner Erklärungsnotstand, viele Andeutungen und eigentlich gar keine Erklärungen. Die Reise durch das verrammelte Schulgebäude wird zur Läuterungsquest für die engagierte Ärztin, die ihre eigenen Fehler erkennen muss und sich ihrem Sohn stellen will.
Das ist zwar ein erstrebenswertes erzählerisches Zentrum, erklärt aber nicht, wo sie da steckt. Und wer die ganzen Kinder und Teenager in Mad-Max-Gear dort machen? Sind die tot? Liegen die im Koma? Existiert dieser Ort wirklich? Muss sie die alle retten? Wo kommen eigentlich die Monster her?
Und was wird eigentlich aus der Mischpoke, wenn der Film dann an ein halbgar gutes Ende kommt?

„The School“ provoziert leider nur Fragen über Fragen, lässt viele seiner inneren Regeln und Maschinismen rätselhaft und unberührt zurück und führt letztendlich nirgendwo hin.
Wer sich dolle anstrengt, der kann sich die Katharsis am Ende als HappyEnd schön reden, aber dennoch bleibt der Gesamteindruck nicht zufriedenstellend.
Da können die jungen Darsteller sich noch so viel Mühe geben und der Set Designer sich begeistert austoben – es bleibt leider ein fragmentarisches, unfertiges Werk, da es sich leider nicht wie andere leisten kann, kreative Leerstellen fürs Publikum zu lassen. (4/10)

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