Review

kurz angerissen*

Ein kolossaler Seelenfresser, der mit markerschütterndem Bass nach seiner Nahrung verlangt, ist mit seinem dreiteiligen Auftritt das strukturierende Highlight der Manga-Verfilmung "Bleach". Trampelnd, wuselnd und sich windend bringt er Schauwerte aus der Phantastik in einen japanischen Vorort, der mit seiner Harmonie aus Stadt und Natur bereits eine ganz eigene Idylle bietet, in der sich Coming-Of-Age ungehindert entfalten kann. Doch wenn die Kreatur in Form eines riesenhaften Trolls, einer monumentalen Spinne oder eines formlosen Tentakelwesens auf den Plan tritt, spielt das Fantasy-Abenteuer seine visuellen Stärken voll aus.

Eigentlich jedoch geht es um einen angehenden Jäger des Übernatürlichen in der Ausbildung, mit allem, was dazugehört: Kampftraining, Schulalltag, Ablenkung durch das schöne Geschlecht und Familienangelegenheiten. Dazu noch ein Prolog, in dem die Vorgeschichte der Hauptfigur aufgearbeitet wird. Die Bestandteile, aus denen sich das Leben Ichigos zusammensetzt, erscheinen so simpel, dass sie widerstandslos in die Schablone für Teenager-Fantasy passen, aus dem Kapitel: Dinge, die man nur sehen kann, wenn einem gerade die ersten Haare am Körper wachsen. In den Begegnungen zwischen Ichigo und den Geistern, aber auch in seinem Umgang mit Mitschülern und Familie wird locker aufgeschlagener Humor geboten, der die schwer im Magen liegende Origin-Geschichte ein wenig abfedert. Ein tiefes Trauertal wie in "Sieben Minuten bis Mitternacht" muss man also nicht durchwaten, statt Downer-Pille gibt's im Zweifelsfall motivierende Schwertkämpfe gegen dunkle Mächte, die sich vor dem öffentlichen Auge verstecken wie der Riese in Spielbergs "BFG" vor der Zivilisation. Für die Hauptfigur sind sie aber so greifbar wie das eigene Riesen-Katana; für den Zuschauer der Höhepunkt eines recht harmlosen, aber bekömmlichen Abenteuers aus 1001 Manga-Seiten.

*weitere Informationen: siehe Profil

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