Review

In der Umgebung eines Fotomodells sterben verdächtig viele Menschen und auch das hübsche Mädel ist in Gefahr, denn der Killer scheint es auf sie abgesehen zu haben. Die Polizei ist dem Täter, der in einem mehrstöckigen Gebäude wohnhaft sein muss, auf der Spur.

Dieser Film, der sich dank Gabu Film, dem Nachfolgelabel von X-Rated und X-NK, in die X-Italo-Giallo-Serie einreiht, liefert Giallokost im klassischen Sinne. Die Geschichte rund um den killenden Töter ist einfach gehalten, bietet aber die typische Italokrimiathmosphäre und gute Spannung. Es gibt eine Vielzahl von verdächtigen Charakteren, die ein Motiv für die Taten hätten, wie den panisch auf Blut reagierenden Architekten, wobei der Grund für diese Angst in einem feinen Rückblick in seine Kindheit gegen Ende gelüftet wird, ein Mitglied einer freie Liebe praktizierenden Sekte und zugleich Ex-Mann des Modells, einen geigenzupfenden Papa mit frauenmögender Tochter, eine kauzige alte Dame, die in ihre Bude ihren entstellten Sohn vor der Außenwelt abschirmt und so weiter. So wird einem das muntere Wer-ist-der-Mörder-Spiel erschwert, wobei für mich der Übeltäter schnell feststand, aber sicher kann man sich da vor der Auflösung ja nie so ganz sein. Naja, die Schauspieler bringen ihre Rollen jedenfalls solide rüber und die wunderschöne Edwige Fenech ("Die Nacht der langen Messer", "Die Farben der Nacht") ist sowieso immer wieder einen Blick wert und der Hauptschauplatz des Mehrparteienhauses mit hellhörigen Wänden inklusive seiner verdächtigen Bewohner ist gut gewählt.

Der Einsatz der eingängigen Musik gefällt mir sehr. Hierdurch wird wenns spannend wird, weil sich z.B. ein Mord ankündigt, aus diesen Szenen das Größtmögliche gezogen. Herrlich ist hier unter anderem die Szene, in der eine Frau mit einem Streichholz in der Hand begleitet von der spannungstreibenden Mukke durch ihre dunkle Wohnung schleicht, weil zum einen das Licht nicht funktioniert und sie zum andern den Verdacht hat, dass sich ein Bösewicht in der Butze verbirgt, und die Melodien verstummen, als sie den Gasherd als Lichtquelle umfunktioniert und man nun nur noch dessen Rauschen vernimmt.
Da wir grad dabei sind, die Morde sind alle relativ familientauglich gehalten, denn Gewaltzelebrationen beispielsweise eines Dario Argento gibts hier nicht zu vermelden. Die Bedrohung lebt ganz allein von Spannungsaufbau und Athmosphäre.

Um den Zuschauer nicht ganz in seinen Sitzen vor Fingernägelknabberns verschwinden zu lassen, wird das Geschehen ab und an durch Humoreinlagen aufgelockert. Gleich zu Beginn gibt es beim ersten Leichenfund zum Beispiel durch das untypische Verhalten der Finder etwas zu schmunzeln oder später durch den Kommissar, der gerne mal anstatt nach Beweisen zu suchen, Aussschau nach Briefmarken für seine Sammlung hält oder durch seinen Schinkenbrot futternden Kollegen.

Insgesamt bietet dieser Giallo der klassischen Machart zwar wenig Neues oder Überraschendes, aber für Spannung und Athmosphäre ist allemal gesorgt. Ich jedenfalls reihe diesen Film mit Freude in meine kleine Sammlung ein.

Details
Ähnliche Filme