Review
von Leimbacher-Mario
Geil-galliger Giallo
Erotik, Mord und Mystery treffen sich in diesem Bahnhofskinoknaller getarnt als Vorzeigegiallo mal wieder exzellent. „The Case of the Bloody Iris“ ist eher schleimig und böse als wirklich elegant und verspielt - funktioniert aber auf ganzer Linie. Nicht nur für männliche Zuschauer. Egal ob Lilie oder Iris: dieses Beet ist knallrot - und das nicht auf Grund von Erdbeertagen! Blanke Busen, scharfe Messer, schüchterne Blicke, gnarstige Killer. Es geschehen seltsame Morde in einem verwinkelten Mietkomplex - da ist die attraktive Jennifer als Neuankömmling genau das richtige nächste Opfer... hat womöglich ihre nebulöse Vergangenheit in einem sexsüchtigen Hippiekult damit zu tun?
In den letzten Wochen hatte ich vermehrt Giallos im Player, die eher züchtig, zugeknöpft und krimihaft daherkamen. Diese blutige Iris wälzt sich aber definitiv in dreckigeren und gierigeren Gefilden und Seitengassen, hat genauso viel gemeinsam mit Bava wie mit dem „Maniac“. Ellenlange Sexszenen, keine Frau im Cast die angezogen bleibt, kein Messerangriff wo nicht das Top flöten geht. Das ist hier schon sehr auffällig und schrullig und schmunzelig. Es will sicher auch etwas das Fehlen einer allzu ausgefeilten Geschichte oder großartiger Styleskills verbergen. Und dennoch stößt es mir insgesamt nicht übel auf. Selbst wenn es das Werk sicher nicht in den ganz hohen Pantheon der Gialli schafft. Doch schöne Pluspunkte wie Frau Fenech, einige garstige Verunstaltungen und tolle Kameraperspektiven reißen das Teil dann doch in den Bereich feiner Feierabendunterhaltung. Wenn auch eher instinktiv als Detektiv. Und ein guter Score wie meist bei Giallos.
Fazit: sleazy breezy - diese butterweiche Blutblume aus Bella Italia ist ein fieser Möpp mit etwas Stil und viel Sexappeal. Ungewaschene Unterhaltung.