Trash-Movies sind nicht erst eine Erfindung der Neuzeit! Auch schon in den früheren Filmjahren gab es Movies, mit gewollt bescheuerten Geschichten und durchgeknallten, skurrilen Charakteren, die durch ihre dramatisch hohle aber gewollt blöde Machart, zur Unterhaltung eines ganz besonderen Film-Publikums animierten. Hier haben wir nun ein deutsches Werk aus dem Jahre 1959, dass man ebenfalls locker ins Trash-Genre stecken kann, wenn auch nicht unbedingt in die unterhaltsamste Ecke.
"Des Satans nackte Sklavin", so ein AT des Films, dürfte in Sachen Story trashiger kaum machbar sein. Es geht um einen verrückten Wissenschaftlers, der es geschafft hat, einen abgetrennten Hundekopf 4 Monate lang am leben zu erhalten. Sein Assistent, der noch wesentlich durchgeknallter ist, sieht darin seine Chance zum Durchbruch und als sein Chef stirbt, hält er dessen Kopf ebenfalls am Leben. Und im Verlaufe des Films setzt er, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, auch noch den abgetrennten Kopf einer Frau, auf den Körper einer Anderen, um sich damit endgültig beweisen zu können, was er geschaffen hat. Ja, die Story ist wirklich Trash in Reinform!
Und doch könnte der Film glatt als Inspiration für manchen Horror-Meilenstein der 80er gelten. Denn wenn man sich z. Bsp. Brian Yuznas "Re-Animator" so anschaut, sind (zufällige?) Parallelen zwischen den beiden Streifen, nicht zu übersehen. Haben die Re-Animator-Macher etwa einen Fabel für alte deutsche Trash-Streifen gehabt?
Die Inszenierung des Treibens geht dabei eigentlich voll in Ordnung. Die Film-Tricks, die zu damaligen Zeiten möglich waren, werden gekonnt genutzt, um z. Bsp. den abgetrennten Kopf des Professors echt wirken zu lassen und ihn sprechen zu lassen. Dazu manch andere schaurige Effekte, die sich ebenfalls sehen lassen können.
Schade nur, dass der Streifen dennoch recht langweilig ausgefallen ist. Das liegt zum einen daran, dass sich das ganze blödsinnige Treiben leider viel zu ernst nimmt und dadurch eine gewisse Komik einfach nicht aufkommen möchte. Zum anderen liegt es aber auch an dem recht drögen Handlungsablauf, der ebenfalls nicht sonderlich zum Zuschauen motiviert und manchmal sogar arg mit Langatmig ausgefallen ist. Schade!
Was die Darsteller angeht, so ist eigentlich nur Hauptdarsteller Horst Frank eine Empfehlung wert. Er spielt den durchgeknallten Forscher wirklich hervorragend. Alle anderen spielen aber eher auf dünnem Niveau!
Fazit: Trashiges Filmspektakel der 50er-Jahre, dass mit seiner gekonnt durchgeknallten Geschichte und den skurril, schrulligen Charakteren, erst einmal für Interesse sorgen kann und (Zufall oder nicht) auch irgendwie an spätere Horror-Meilensteine wie "Re-Animator" erinnert. Da sich der Film allerdings viel zu ernst nimmt und zudem auch sehr langatmig ausgefallen ist, bleibt am Ende dennoch ein äußerst zwiespältiges Gefühl, in der Brust eines jeden Horror-Trash-Freaks zurück. Fans des Genres dürfen dennoch reinschauen!
Wertung: 5/10 Punkte