Review

Die Aussöhnung mit der neuen US-Godzillareihe.
Hier wird endlich das Grundgerüst an Qualität geboten, dass man sich schon von dem langweiligen 2014 Erstling erhofft hatte.
Zwar bin ich nach wie vor der Meinung, dass das Original japanverbunden ist und bleibt, aber hier  verbeugt man sich ehrfrüchtig vor den japanischen Ursprüngen, dem Original von 1954 , aber auch vor der direkten Vorlage Giant Monsters All-Out Attack - dem besten Teil der Millenium Reihe.

Die Höhepunkte des Streifens sind die Selbstaufopferungen - etwas geradezu so romantisches - dass es völlig aus der Zeit gefallen wirkt. In Zeiten wo der Egoismus und der Trieb nach Selbstverwirklichung nie größer waren sind solche Szenen ein steiles Kontrastprogramm.
So opfert sich - in Anlehnung an das Original von 1954 - mal wieder ein Serizawa um die Menschheit zu retten, nur dieses Mal wird Godzilla durch dessen Bombe nicht getötet sondern gedopt - ja liebe Leser, Sie haben richtig gelesen - gedopt, um den Powerboost zu bekommen, den er braucht um einen Chance gegen den Konkurrente auf seinen Thron zu haben.
Auch das nächste Opfer ist uns gut bekannt aus den japanischen Originalen: Mothra opfert sich und verschafft Godzilla den zweiten Powerboost, der ihn dann in die Lage versetzt seinen Thron gegen den dreiköpfigen, menschenfeindlichen Drachen Ghidorah zu behaupten.
Und schließlich haben wir die Mutter (entgegen dem Zeitgeist eine [vermutlich linke] Ökoterroristin, die ihren Fehler einsieht), die sich für ihr Kind opfert und damit auch ihren Fehler (sie Erweckt Gidorrah verbelndet durch Ökoideologie) wieder gut macht und letztendlich die Menschheit mitrettet, weil sie Godzilla Zeit und Gelegenheit für einen Gegenangriff verschafft.

Somit haben wir schöne, opulente Bilder im Wechsel zwischen Düsternis und Erhabenheit, dazu dieses Mal ausreichend Aktion und zeitgleich die richtige Dosis Emotionales zur richtigen Zeit (die beiden Dinge bei denen die 2014er Version kläglich gescheitert ist).

Für Godzilla - König der Monster kann man als Kaiju Fan nur eine Empfehlung aussprechen. Für mich zwar lange nicht so gut wie Shin Godzilla aber doch auf Augenhöhe mit den mittleren bis schwachen Beiträgen der Millenium Reihe. An Giant Monsters All-Out Attack kam er für mich nicht ganz heran, aber für eine amerikanische Godzilla Produktion ist auch das schon ein dickes Lob.
Shin Godzilla war eine ganze Spur düsterer und tiefgründiger als das dieser Streifen hier sein will und das trifft dann noch mehr meinen Geschmack. Hier ist der Schwerpunkt mehr auf pointierter Aktion und Reminiszenzen für die Fangemeinde -was aber sehr gut funktioniert, aber dafür wenig neues bietet.
Lobend erwähnt sei noch Lord Lannister aka Charles Dance, der als zu spät gekommener Fiesling den Film mit seiner Präsenz bereichern kann. Alle anderen Darsteller waren durch die Bank solide, aber ohne gigantisches Momentum.

Auf Godzilla vs King Kong bin ich schon gespannt und vielleicht verkürzt mein Review ja jemandem die Wartezeit auf letztgenannten Streifen oder inspiriert den geneigten Leser sich nochmal den Originalen zu widmen.

Gute 7 Punkte für diese ansehnliche Monsterschlacht nach US-Machart.

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