Review

Lovecraft in D-Moll


„Starfish“ ist ein Atmosphärebollwerk und ein echtes Kunstwerk. Wunderschön. Einnehmend. Bedrückend. Traurig. Gruselig. Metaphorisch... Eine Frau am Ende der Welt. Oder zumindest ihrer Welt. Denn sie scheint eine geliebte Person betrogen und/oder verloren zu haben - und ist nun in Trauer und Einsamkeit versunken. Und ganz nebenbei geht wird die Erde von tentakeligen Invasoren überrannt...

Was klingt wie klassische, fast carpentereske Genreware zwischen „I Kill Giants“, „Monsters“ und „The Void“ entpuppt als sein ganz eigenes Biest. Untergründig und nachdenklich. Mehr Kunst und Gefühl und Interpretationssache als (Abenteuer-)Film und Handlung und klare Aussage. „Starfish“ ist tieftraurig, menschlich und sicher auch etwas prätentiös. Vielleicht sogar „artsy fartsy“. Zumindest lässt sich ihm das leicht vorwerfen. Dennoch hat mir das beeindruckende Regiedebüt viel mehr gegeben als genommen, ist es doch noch erstaunlich lange durch meinen Kopf gespukt mit etlichen Ideen und möglichen Deutungen. Nicht super leicht zugänglich (nicht zuletzt durch eine eher unsympathische, sture und kaputte Hauptfigur) - aber definitiv mit der Möglichkeit zu hypnotisieren und einen nachhaltig zu berühren. Vielleicht sogar zu ändern. Zu versöhnen. Zu trösten. Die wenigen Schocks und Computereffekte sitzen, Score und Soundtrack sind erstaunlich gegensätzlich und passen dennoch perfekt, die Handlung hat mehrere Ebenen und kann einen besonders berühren, wenn man schon jemanden verloren hat, der einem sehr nah stand. Und wer hat das nicht... Außerdem ein klasse „on drugs“ Film. Und mit einer sehr süßen, hübschen Hauptdarstellerin. Da kann man nicht meckern. 

Fazit: Lost In Destruction. Ein soghafter, oft gar (zeitlupig-)rauschhafter, manchmal auch etwas einschläfernderen, traumhafter Weltuntergang im Moodpiecekleid. „Starfish“ ist ein kunstvoller Geheimtipp für Gourmets und sensible Genregucker. Gutes Doppel mit „She Dies Tomorrow“. Über Trauer, Betrug, Schuld, Verlust und Einsamkeit.

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