Review

"Point Blank" ist ein durchaus nicht völlig konventioneller Gangsterfilm. Zwar ist die Story selbst nicht sonderlich komplex und schildert "lediglich" den kompromisslos-sturen Kampf eines um seinen Anteil betrogenen Verbrechers (Lee Marvin) gegen ein mächtiges Syndikat; jedoch verleiht ein recht eigenwilliger Stil dem Ganzen eine ganz spezielle Note. Regisseur John Boorman setzt weniger auf Action, denn vielmehr auf eine mitunter leicht geheimnsivolle Inszenierungsweise. So mischen sich immer wieder kleinere Traumszenen in die lineare Handlung, die Vergangenheit der Akteure bleibt weitgehend im Verborgenen und auch die zumeist trostlosen Kulissen (u.a. die Gefängnisinsel Alcatraz) sorgen insgesamt für eine sehr gelungene Atmosphäre. Hierzu passen auch die auf ihre Weise leicht durchgedrehten Charaktere, die sich irgendwo zwischen eiskaltem, nur ein Ziel verfolgendem Haß und völliger Selbstaufgabe bewegen. Lee Marvin gibt hierbei ein überzeugendes Rauhbein ab, während mich Angie Dickinson als innerlich gebrochenes Opfer nicht immer 100%ig überzeugen konnte. So sieht beispielsweise die Szene, in der selbige auf Marvin wie ein Furie einschlägt, wenig glaubwürdig aus.

Wer hier einen reinrassigen Actionfilm erwartet, ist wohl an der falschen Adresse. Zwar kommt auch hier die ein oder andere Leiche zu Stande aber spektakulär anzusehen ist dies kaum. John Boorman bindet seine wenigen Actionszenen vielmehr sauber und unspektakulär ins düstere, absolut pessimistische Filmgeschehen ein. Defintiv kein Film für einen vergnüglichen Filmabend, hier regiert einzig die Gewalt und ein klassisches Happy-End sollte man ebenso wenig erwarten. In diesem tödlichen Prinzipien-Spiel um einen geradezu lachhaften Geldbetrag kann es nur Verlierer geben...

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