Review

Ein hochherrschaftlicher Landsitz mit ausgedehnten Rasen- und Waldflächen in der englischen Landschaft bildet die Kulisse für das titelgebende, etwas martialisch getaufte Slaughterhouse - ein privates Internat, in dem junge Leute streng hierarchisch getrennt mit Uniformzwang ihre Schulzeit absolvieren. Der junge Don Wallace (Finn Cole), ein ganz normaler Bursche, ist daher auch wenig begeistert, als seine Mama ihn dort anmeldet und die Schulgebühr für ein ganzes Jahr im Voraus bezahlt. Doch alles jammern hilft nichts, Don rückt dort ein und bekommt auch gleich einen frei gewordenen Platz, von dem ihm sein neuer Zimmergenosse Willoughby Blake (Asa Butterfield) verrät, daß dieser durch den Suizid seines Vorgängers erst frei geworden sei. Hausmeister Meredith Houseman (Simon Pegg) und der Direktor (Michael Sheen), den alle nur "The Bat" nennen, führen ein ebenso strenges wie spießiges Regiment, worin sie von Schüler-Blockwart Clegg (Tom Rhys Harries) aus der obersten Klasse unterstützt werden. Don versucht sich so gut es geht einzurichten, wobei er sich schnell in die Primanerin Clemsie (Hermione Corfield) verliebt, die für ihn aus seiner Sparta genannten Unterstufe jedoch unerreichbar scheint. Außerdem bemerken er und seine Kameraden, daß im angrenzenden Wald, der seit kurzem zum Sperrgebiet für die Schüler erklärt wurde, merkwürdige Dinge vor sich gehen: denn der Direktor hat dort (heimlich) einem Fracking-Unternehmen einen Bohrturm aufzustellen erlaubt. Doch in den weitläufigen unterirdischen Höhlen befindet sich außer Methan noch etwas anderes...

Nicht nur von der Darstellerseite her erinnert Slaughterhouse Rulez an die erfolgreiche Komödie Shaun of the Dead, auch im Script finden sich zahlreiche Querverweise auf diesen wie auf einige andere Streifen, mal in Form von wörtlichen Zitaten (Fifty Shades of Grey), mal durch Adaptieren der Rahmenumgebung (Harry Potter und der Stein der Weisen). Leider gelingt es Regisseur Crispian Mills jedoch nicht, eine Story stringent durchzuerzählen, da er sich im Lauf des Films viel zu sehr verzettelt: mit einer schlichten Pennäler-Geschichte beginnend streift er, sich darüber lustig machend, die typisch britische Steifheit und Spießigkeit der dortigen upper class, um dann über das nur halbherzig behandelte Umwelt-Thema Fracking (inklusive Protestcamp im Wald unter der Führung eines ehemaligen Slaughterhouse-Schülers) schlußendlich in einen Horrorfilm überzuleiten, der dann in klassischen Gruselfilm-Stereotypen (hier: Überleben einer Gruppe trotz Monster-Angriffen) den Film beschließt. Trotz der stets vorhandenen Albernheiten passt das alles nicht recht zusammen und hinterläßt einen zwiespältigen Eindruck.

Denn leider sind trotz einiger klingender Namen auch die dargebotenen Charaktäre alles andere als einzigartig, sodaß man zu keiner Zeit mit irgendjemandem mitfiebern könnte, zumal die nicht vorhandene Spannung dies ohnehin kaum ermöglicht. Einzige Ausnahme, wenngleich im eigentlich negativen Sinn, ist der blonde Blockwart Clegg, der mit dem Zitat from a long line of war criminals eingeführt wird: der gibt den Pseudo-SS-Mann aus britischem Adel so (bewußt) penetrant, daß seine Fiesheiten gegenüber den jüngeren Mitschülern ein gewisses Highlight in einer ansonsten eher durchschnittlichen Ansammlung von Gags darstellen. Zwar ist Simon Pegg als eiserner Junggeselle, der einer Affäre mit einer ehemaligen jungen Kommilitonin nachtrauert und diese des Öfteren (freilich vergeblich) per Videokonferenz zur Rückkehr aus Afrika bewegen will, immer noch eine Glanznummer, doch hat man dieses gezielte Lächerlichmachen der Verhaltensweisen britischer Aristokraten (und was sich dafür hält) einfach schon zu oft gesehen, um sich darüber noch amüsieren zu können - es sei hier nur an die mittlerweile 50 Jahre alten Monty Python’s Flying Circus-Folgen erinnert, die dies übrigens noch wesentlich pointierter hinbekamen.

Wenn das alibimäßig angeschnittene Thema Fracking dann, per unheilschwangerer Erdsenkung vorangekündigt, einige (übrigens miserabel, und vermutlich sogar absichtlich miserabel) getrickste Dinosaurier-Monster hervorbringt, geht der rote Faden und somit das Interesse an Slaughterhouse Rulez endgültig verloren, denn das vorhersehbare rennet-rettet-flüchtet bei immer flaueren Scherzen bewegt auch den geneigten Zuschauer alsbald zum vorzeitigen Abschalten. Wer das nicht tut, darf sich zumindest auf ein langweiliges Finale vorbereiten, in dem der Regie offenbar endgültig die Ideen ausgegangen sind.
Fazit: Ein halbgares Partyfilmchen mit ein paar brauchbaren, meist jedoch bemühten Gags, das man nebenbei laufen lassen kann. 3 Punkte.

Details
Ähnliche Filme