Nachdem „Die Mumie“ anno 1999 mit einem unterhaltsamen Remake an den Start ging, entwickelte sich seit 2002 ein Franchise rund um den „Scorpion King“. Mit dem nunmehr fünften Ableger geht es wieder ein wenig ernster und weniger trashig zur Sache, wobei Regie und Besetzung komplett durchgemischt wurden.
Der ruchlose Kriegsgott Nebserek (Peter Mensah) ist im Besitz eines Schwertes, welches ihn unbesiegbar macht. Prinzessin Tala (Pearl Thusi) wendet sich an Mathayus (Zack McGowan), der sich als einfacher Schmied ausgibt, jedoch der legendäre Scorpion King ist. Gemeinsam wollen sie das Buch der Seelen finden, um Talas Volk zu retten und das Schwert zu zerstören…
Hier hätte es noch einmal einen wie Dwayne Johnson gebraucht, um dem Titelhelden genügend Charisma zu verleihen, denn McGowan überzeugt zwar auf physischer Ebene, bekommt aber nie mehr als zwei Gesichtsausdrücke hin und bringt die Ausstrahlung eines Fließbandarbeiters während der Nachtschicht mit. Immerhin setzt nach rund zehn Minuten die erste Action ein, die sich inszenatorisch durchaus sehen lassen kann. Die Choreo ist mindestens zweckdienlich, nur fällt im Verlauf die zurückhaltende Härte auf, die im Endeffekt locker die FSK12 rechtfertigt.
Auch sonst mangelt es ein wenig an Schauwerten, mal abgesehen von durchweg ansehnlichen Amazonen und Reliktbehüterinnen. Anbei mischt zwar noch ein Golem in Form von Wrestler Nathan Jones mit, doch ansonsten enthält die Geschichte vergleichsweise wenige Fantasy-Elemente und versucht eher auf Basis einiger Fights zu punkten, die im Verlauf ein wenig epischer ausfallen, indem schlicht mehr Krieger mitmischen und mehr Statisten involviert sind.
Spannend geht es indes eher selten zu, zumal die Bösen in stets absehbaren Zeitabschnitten zuschlagen und der Endkampf ohnehin erahnbar ausfällt. Dazwischen tummeln sich moralisch integere Pfeilkrieger, ein paar Skorpione treiben in prekärer Situation an und alte Schriften müssen eh stets dechiffriert werden. Bei alledem gibt es leider kaum Auflockerungen, da sich der Stoff stets ernst nimmt und auch mal kurze emotionale Momente zulässt.
Der in gewisser Hinsicht sattelfeste Score unterstreicht binnen weniger Harmonien, dass die Story irgendwo im alten Ägypten angesiedelt ist, obgleich durchweg rund um Kapstadt gedreht wurde. Ohnehin geht die Ausstattung in Ordnung, Kostüme und Requisiten fallen glaubhaft aus, lediglich einige CGI sind als solche auszumachen.
Somit gelingt Regisseur Don Michael Paul ein passabler Abenteuerfilm, der zwar wenige Überraschungen bietet und deutlich Charme vermissen lässt, in Sachen Action jedoch viel richtig macht und trotz üppiger Laufzeit von 101 Minuten brauchbare Unterhaltung liefert.
6 von 10