Als ich mich auf das Filmvergnügen "The Cheerleaders" eingelassen habe, wusste ich nicht im geringsten was da auf mich zu kommen sollte. Bei so einem Titel denkt man normalerweise an hüpfende Teenie-Bräute, die ihre Mannschaft bei einem Footballspiel anfeuern oder die durch ein qualvolles Traning durchgepeitscht werden. Dann kommt da noch die typische Dosis von Stress mit dem Freund, Diskussionen mit den Eltern und Ärger mit dem Trainer dazu. Na ja, "The Cheerleaders" bietet von allem etwas und erfüllt somit die Erwartungen; sollte man zumindest meinen. Allerdings werden sämtliche aufgezählte Zutaten nur spärlich eingesetzt. Worum geht es dann? Das ist einfach zu erklären und könnte platter kaum sein.
Jeannie ist noch Jungfrau. Das gefällt ihr nicht. Sie will gebumst werden. Bei der Cheerleader-Truppe fällt ein Mädel wegen Schwangerschaft aus, also bewirbt sich Jeannie für die freigewordene Position. Denn sie weiß, dass Cheerleader immer und sofort gebumst werden. Fortan muss sie nach Leuten suchen, die sie bei ihrem Vorhaben weiterbringen können.
Man könnte jetzt meinen, dass ich eine chauvinistische Ader habe und mich in meiner Wortwahl vergriffen habe, so ist es aber nicht. Denn genau so, wie ich das wiedergegeben habe, wird das im Film auch rübergebracht. Nach Betrachten des Films wundert es mich nicht mehr, dass die Dialoge auf einem sehr anspruchslosen Level stattfinden. Schließlich hat sich "The Cheerleaders" als stinknormale, typische Sexklamotte entpuppt. Es vergehen kaum mal fünf Minuten, ohne dass eine Olle blank zieht und gestertet wird. Die obligatorische Lesbenszene gibt es natürlich auch, auch wenn die eigentlich gar nicht passt. Hauptsache man deckt mehrere Geschmäcker ab. Zum Ende hin wird uns noch eine Orgie präsentiert, allerdings dient diese nicht nur dem Selbstzweck.
Ein Footballteam soll vor einem wichtigen Spiel geschwächt werden und wird zu diesem Zweck bei den Mädels abgeliefert. Nach der Orgie sind die Kerle alle geschafft und zu müde zum Spielen. Lustig? Keine Ahnung, aber damit komme ich zum nächsten Punkt: Humor. Es besteht kein Zweifel, dass "The Cheerleaders" lustig sein soll. Meinen Geschmack in puncto Humor treffen die Jokes aber leider nicht. Wenn sich ein Typ im Bärenkostüm unter einem Bett, in welchem grad gefummelt wird, versteckt und darauf wartet, dass er das Mädel auch mal besteigen darf, dann finde ich das überhaupt nicht lustig. Es ist leider wirklich so, kein einziger Witz ist bei mir angekommen. Ich musste nicht mal leicht schmunzeln oder kichern.
Auch handwerklich versagt der Film. Die Optik und Akustik lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass das Budget sehr gering sein musste, oder an den falschen Stellen draufgegangen ist. Schauspielerische Leistungen sieht man hier nicht, wie auch? Es wirken keine Schauspieler mit. Die Musik ist zum abgewöhnen und auch sonst nicht sonderlich abwechslungsreich. Wäre zumindest in dem Bereich das Spektrum etwas breiter ausgefallen, hätte ich vielleicht einen geringen Unterhaltungswert empfunden. Schade.
Nun gut, wie man bereits gemerkt hat, gibt es wirklch nichts, was ich positiv hervorheben könnte. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass ich schon allein mit dem Genre "Sexklamotte" rein gar nichts anfangen kann. Normalerweise würde ich an dieser Stelle ohne zu zögern das Punkteminimum vergeben, aber ich halte nicht viel davon, dass man einen Film nur deswegen schlecht bewertet, weil man mit dem Genre nicht klarkommt. Ich bin halt nicht die Person, die beurteilen kann, ob "The Cheerleaders" im Bereich der Sexklamotte zu den Klassikern gehört oder wirklich nur Schund ist. Andererseits habe ich dem Film eine Chance gegeben und mich mit dem Inhalt auseinandergesetzt. So muss ich letztendlich zu dem Schluss kommen, dass hier das Punkteminimum von meiner Seite durchaus angebracht ist. Denn mal ehrlich, wenn ein Film in allen Belangen versagt, dann stimmt etwas nicht mit selbigem.
01/10