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Nach einem kurzen Intro über ein im Wald ermordetes Liebespaar im offenen Cabrio im Jahr 1961 blendet der Film in die Gegenwart und man begleitet eine vierköpfige Familie samt Freundin der Tochter im SUV auf dem Weg zu einem einsamen Haus im derzeit verschneiten Wald. Dort wollen sich Eltern und die 3 Teenager, dem Tip einer Freundin folgend, in der winterlichen Ruhe erholen. Doch kaum angekommen, entdeckt Papa James auf der Feuerholzsuche eine Frau im Schnee, die nach erfolgreicher Wiederbelebung ins Haus verbracht wird. Die Fremde jedoch (Barbara Crampton als Leslie Bison) benimmt sich äußerst ungewöhnlich und tut so, als wäre sie die Hausherrin. Als es den Eltern James und Casey dann reicht und sie sie rausschmeißen wollen (zumindest bis der mühsam verständigte Arzt kommt), ergreift die offenbar darauf vorbereitete Fremde die Initiative und sticht der Tochter eine Art Käfer in den Nacken, der jene alsbald in einen Zombie verwandelt. Während die beiden anderen Teenager schreiend das weite suchen, da der Papa ebenfalls zum Zombie wird, versucht sich Mama Casey mit einem Küchenmesser zu wehren, aber die plötzlich auftauchende und wieder verschwindende Fremde Leslie scheint ihr überlegen - der geht es nämlich um ein bestimmtes Ritual, das von einem im Wald lebenden Hexenzirkel sorgfältig vorbereitet wurde...

Halbwegs sinnvoll zusammengefasst ist dies die Ausgangssituation einer US-Produktion mit dem bemerkenswert innovativen Titel Dead Night, eines Mystery-Streifens, dessen Handlung sich dem Zuschauer allerdings nur rudimentär erschließt, denn Erklärungen für die Geschehnisse gibt es fast keine, stattdessen hielt es die Regie für einen schlauen Einfall, auf alten, im Wald platzierten Fernsehern eine TV-Show laufen zu lassen, die obige Geschehnisse als eine Art Akte-X-Doku aufbereitet zeigt und somit in der Zukunft spielt. Diesen - manchmal minutenlangen - Zwischeneinblendungen zufolge hat die Mutter Casey Pollack (Brea Grant) durchgedreht und unter ihrer Familie ein Blutbad angerichtet. Es kommen Polizeipsychologen und Augenzeugen zu Wort, aber diese (zukünftige) offizielle Sicht der Dinge ist eine andere, als man gewissermaßen "live" zu sehen bekommt. Ein reichlich konfuses Unterfangen, dessen Ausführung leider völlig mißlungen ist...

Dabei wird besonders der Part der fremden Blonden (die nebenbei eine wahlkämpfende Politikerin ist, was es nicht alles gibt!) relativ überzeugend von Barbara Crampton (From Beyond, Re-Animator) dargestellt, deren merkwürdig arrogantes Verhalten, gepaart mit ihrer eiskalten Vorgehensweise streckenweise faszinierend wirkt - dennoch kann man mit niemandem mitfiebern wie auch die wirr konzeptionierte, vor allem aber abstrus durcheinander und lückenhaft erzählte "Story" selbst kein bißchen zum Spannungsaufbau beiträgt. Da hilft es auch nicht, daß dank dezenter Kameraführung und passendem Score einige blutige Metzeleien (ein abgetrenntes Ohr, abgehackte Köpfe und dergleichen) in der winterlichen Waldlandschaft sogar ausgesprochen gekonnt in Szene gesetzt sind - der Sinn des Ganzen wird bis zum Schluß nicht wirklich offenbar. Absolut keine Empfehlung, 3 Punkte.

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