Review

Volleyballerinen gegen Hinterwäldler…14.12.2019

Es gibt doch immer wieder kleine, seltsame Filme, die abseits des Mainstreams daherkommen und dennoch eine Sichtung lohnen. Natürlich seltener aus Hollywood, dafür häufiger aus benachbarten Ländern wie Frankreich und Belgien. Beide sind für den aktuellen Output gleichermaßen verantwortlich, aber so richtig sorgfältig haben sie nicht gearbeitet, denn es krankt bei diesem Film an vielen Ecken – und wenn ich Logikfehler und Handlungsbrüche trotz immens kurzer Laufzeit finde, dann bin ich nicht wirklich zufrieden. Egal, denn auf der Habenseite steht eine völlig dämliche Ausgangslage: wieder einmal die Mär von der Abzweigung, die man nicht nehmen soll. Niemals. Auf keinen Fall.

Tut man es doch, wird man von den tief im Wald lebenden Inzestbuben dafür bestraft, das haben wir in Wrong Turn gelernt und seitdem in einer Vielzahl von anderen Filmen wiedersehen dürfen. Und genau so ist es auch hier: Volleyballspiel gewonnen, mit dem Mannschaftsbus heim, verfahren, und da kommt das Schild „Tankstelle – Abzweigung“ eben wie gerufen. Tja, die in kurzen Hosen und gelben Trikots agierenden Damen haben sich diesen Tag anders vorgestellt, aber man darf eben die Hinterwäldler nicht provozieren…auch das eine Lektion, die man aus Filmen dieses Subgenres lernen kann.

Und so kommt es, wie es kommen muß: debil grinsende Blödiane jagen gelb gewandete Damen durch den Wald, und natürlich überleben das nicht alle. Zwischendrin ist Zeit für ein paar Kalauer, kleine Frotzeleien in der Truppe, Kameraschwenks auf nackte, lange, braune Frauenbeine, latent schwüle Lesbenszenen – und den einen oder anderen netten Bluteffekt, immer schön handgemacht. Klar, große Filmkunst darf man hier nicht erwarten, eher ein kleines Häppchen für den hohlen Zahn, aber trotz all der kleinen handwerklichen Fehler macht der Film Spaß – derbe ist er ohnehin, und das Final Girl nicht gleich zu erraten, daher 7/10.

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