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Ein französisches Volleyball-Team - die Falcons - und ihr korpulenter Coach nehmen sich nach einem knapp gewonnen Turnierspiel eine Auszeit und fahren im clubeigenen Wohnmobil durch ein Waldgebiet. Doch leider verfahren sie sich und landen irgendwo im Nirgendwo an einer einsam gelegenen Kaschemme, wo sie mit einigen Hinterwäldlern aneinandergeraten und schnell weiterfahren müssen. Die infolge jahrelanger Inzucht nicht sonderlich intelligenten Rednecks holen sie jedoch ein und die 6 Mädels und ihr Coach müssen zu Fuß fliehen. Aufgeteilt in einzelne Grüppchen können sich die stets in ihren Sportklamotten bewegenden Teenager ihrer Verfolger nur mühsam erwehren, da sie sich fast genauso blöde anstellen wie die in Lumpen gehüllten und mit Masken verkleideten Hillbillies, die mit ihren Vorderladern gern danebenzielen und dazu grunzend lachen. Doch dann besinnen sich die Mädels auf ihren Teamgeist und beschließen, es den Hinterwäldlern mal richtig zu zeigen...

Humor ist, wenn man trotzdem lacht - bei dieser auf den Kanaren und Teneriffa gedrehten französisch-belgischen Produktion fällt es jedoch schwer, da die Mischung aus bemühten Witzchen, Gore-Einlagen, schweinischen Bemerkungen und grundsätzlich völlig unlogischem Verhalten aller Beteiligten zu keiner Zeit ein gesteigertes Interesse am Fortgang der lose auf Wrong turn und Konsorten basierenden Story erwecken kann.

Die dargestellten Charaktäre sind holzschnittartig langweilig - eine Teamleaderin, eine Verklemmte, eine Häßliche, eine Lesbe, eine vom Freund Betrogene, eine Hübsche, die nicht teamfähig ist, dazu ein schwabbelbäuchiger Coach, der eine große Klappe hat und als Erster abhaut wenns brenzlig wird, dann aber später zurückkehrt und die Hillbillies in Bud-Spencer-Manier plattmacht. Die Hinterwäldler selbst sind merkwürdig verkleidet, haben altertümliche Waffen und genausowenig einen Plan, wie sie die Mädels fangen wollen und was dann geschehen soll. Zu diesem merkwürdigen Plot gesellen sich dann massenweise dumme Sprüche der wie aufgeschreckte Hühner agierenden Sportlerinnen. Zwischenzeitliche Metzelszenen, in denen das hellrot sprudelnde und an Kirschsaft erinnernde Kunstblut gerne auch in Zeitlupe durch die Gegend spritzt, erinnern rudimentär an die Horror-Thematik, Spannung oder gar Beklemmung stellt sich jedoch zu keiner Zeit ein.

Einigen skurrile Ideen, die jedoch nie weiter verfolgt werden (wie z.B. Lautsprecher in den Bäumen, einen sich wie ein Hund auf allen Vieren bewegenden Hillbilly, Hundegeräusche per Megaphon oder ein abgeknabbertes Ohr am präparierten Schädel eines Team-Mitglieds) stehen dutzendfach erwartbare Sinnlosigkeiten oder Brechstangenhumor wie z.B. ein weißer Handtaschenhund (von denen es am Land ja dutzende gibt), der sich in des Coach´ Schritt verbeißt oder 2 Mädels, die sich an einem Bachufer genau dort verstecken, wo die Verfolger hinunterzupinkeln pflegen... Dazu kommen einige Schnitt- und Anschlußfehler, so nimmt man in der chaotischen Komödie nebenher mehrere Verluste bei den Damen wahr, doch am Schluß sind sie bis auf eine alle wieder beisammen. Diese eine wurde von der nicht-teamfähigen Schönen bewußt erstochen, aber auf diesen Aspekt (alle sind ein Team bis auf eine) geht der Film auch zu keiner Zeit ein.

Zu Beginn dieser Netflix-Produktion trägt ein Gitarren-Cowboy quasi wie ein Erzähler aus dem Off einige schlecht gereimte Verse über die Falcons vor - dennoch ist man erleichtert, diesen nach etwa 71 Minuten wieder zu erblicken, da die Komödie damit endlich beendet ist. 2,51 Punkte für ein Filmchen, das niemand braucht und man am besten schnell wieder vergißt.

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