Review
von Leimbacher-Mario
Tankstelle mit Funschelle
Eine frisch aus dem Gefängnis entlassene junge Frau kämpft mit ihrer Schuld und ihren Erinnerungen, die bis in paranoides Verhalten und Schizophrenie ausufern. Und während eines neuen Nachtjobs in einer einsamen Tankstelle kommt einem solch psychologischer Ballast und Schmerz natürlich nicht zugute. Eher verschwimmen dadurch Realität und Wahn zu einem kaum enden wollenden Alptraum mit Spritgeruch im „Urban Legends“-Modus…
Vielleicht spielt „Open 24 Hours“ ein wenig zu nervig seine „Psychokarte“ aus. Bzw. die seiner Protagonistin. Ein wenig wie ein platterer „High Tension“ ohne Kniff und Wendung. Gepaart mit der Tankstellen-Carpenter-Episode aus „Body Bags“. Nur wie gesagt mit einem Overkill an Visionen, Erscheinungen, (Tag-)Träumen und traumatischem Kopfkino unserer kaputten Heldin. Deswegen hält sich die Spannung anfangs arg in Grenzen. Dafür glänzt die regnerische „Identity“-Atmosphäre zwischen 90s und bekannten, nie gebannten Mustern. Gut gespielt. Fiese Spitzen. Recht tiefe Charakterisierung. Einige Fragezeichen. Launig, konzentriert und erfrischend kleinspurig.
Fazit: solider kleiner Psychokillerchiller mit einem Szenario, einer Nacht und vielen Erinnerungen an Carpenter und Konsorten. Natürlich in kreativ und qualitativ abgeschwächter Form.