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Slashmeister


Amerikanische Kuchen und MILFs?! Das war einmal bei Stiffler aka Sean William Scott. In „Bloodline“ spielt er komplett gegen seinen Strich nicht nur einen neugebackenen Vater (!), einen Vertrauenslehrer/Sozialarbeiter (!!), sondern auch einen eiskalten, traumatisierten Serienkiller (!!!) irgendwo zwischen „Maniac“ (beide Versionen) und „Dexter“...

„Bloodline“ hat einen aufsehenerregenden Hauptdarsteller, ein fieses Konzept samt bitterbösem, streitbarem letzten Drittel, einen klasse Score zwischen Retro und Futuristik, eine tolle Lichtsetzung und ist obendrauf noch erbarmungslos hart. Der ungewöhnliche Thriller wirft einen recht frischen Blick auf Serienkiller (trotz der Vergleiche oben), er traut sich etwas und hat durch die Bank beunruhigende gute Darsteller und Angsteinjäger. Das Konzept der Familie und dem Schutz dieser wird ungewöhnlich erforscht und selbst wenn man nicht das übliche, spektakuläre und dramatische Ende bekommt, das man sich wünscht oder zumindest erwartet, ist das vielleicht sogar noch die Sauce obendrauf und eine positive Überraschung, ein krasser, kranker Ansatz. Unterwältigend, aber gleichzeitig mit einem diabolischen Grinsen im Gesicht. „Bloodline“ ist eine echte Empfehlung und hat alle Karten auf der Hand. Selbst wenn er vom Bauchgefühl für manche sicher nicht alle davon ausspielt. Zumindest nicht auf klassische Art und Weise. Weitere starke Details: ein Cop, der was drauf hat, eine (Groß-)Mutter, die man liebt zu hassen und ein brutal gut eingefangenes Gefühl des „Neu-Elternseins“. Und es kommen sogar hier und da De Palma- und Argento-Vibes durch. 

Fazit: „Bloodline“ geht einem an die Gurgel und lässt einen nicht mehr los - absolut packend, stylisch, mutig. Selbst wenn das antiklimaktische Ende auf den ersten Blick arg gewöhnungsbedürftig und unbefriedigend erscheint. Aber selbst das wirkt nach. Wie alles an diesem sehr coolen, bösen und bissigen Geheimtipp! 

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