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Wenn den Produzenten nichts mehr einfällt und die Tage bis Halloween kürzer werden, muss es zwischenzeitlich eben ein weiterer Spukhausfilm richten. Was Regisseur Olaf de Fleur Johannesson mit seinem ersten Ausflug ins Horrorgenre abliefert, gleicht jedoch eher einer Schlaftablette.

Angela (Florence Pugh) und ihr Bruder Jackson geben sich mithilfe von zwei Freunden als professionelle Geisterjäger aus, handeln mit simplen Tricks und kassieren ordentlich ab. Als die Truppe zu Mrs. Green gerufen wird, weil in einem ehemaligen Waisenhaus die Seelen dreier Mädchen umgehen sollen, wittern sie ein letztes Mal den fetten Scheck, doch dann nimmt Angela einen Geist wahr, der sie auf etwas hinzuweisen versucht…

Ghostbusters, die vom Fake-Modus in die paranormale Wirklichkeit befördert werden, gab es zwar schon, doch die unterschiedlichen Haltungen als auch einige interessante Hintergründe wecken zunächst Interesse. Im ehemaligen Waisenhaus angekommen, dauert es nicht allzu lange, bis sich erste Anzeichen übersinnlichen Treibens offenbaren, nur kommt man kaum über leicht entstellte Geistermädchen hinaus. Die einzig spannende Einlage ist, als jemand morsche Dielen durchbricht.

Alles weitere ist erahnbar und es beschert wenig Freude, dem lahmen und weitgehend spannungsfreien Treiben beizuwohnen, obgleich sich die Mimen sichtlich mühen und noch relativ viel aus den undankbar gezeichneten Figuren herausholen.
Es wird erst gar nicht in der Geschichte des Hauses herumgebohrt, etwaige Rückblicke bleiben komplett aus und dennoch ist lange vor der eigentlichen Wendung klar, inwieweit sich das Blatt wenden dürfte.

Dies geschieht im finalen Akt, der ein wenig angedeutete Gewalt beinhaltet, wobei eine abgetrennte Zunge und ein Metallstift im Hals nicht explizit eingefangen sind.
Das Tempo wird nur minimal gesteigert, spannende Einlagen köcheln auf Sparflamme, lediglich die letzten Einstellungen lassen einen kleinen Interpretationsfreiraum zu.

Das Endergebnis ist wenig befriedigend, denn die Aufmachung wirkt verstaubt, die Ideen abgegriffen und neben einigen Regiefehlern (Musik aus den Neunzigern dudelt anno 1986 in einem Club) wirkt die Inszenierung lieblos, was sich nicht zuletzt am austauschbaren Score und der komplett unauffälligen Kamera abzeichnet. Wer hier frischen Wind erwartet, dem weht ein komplett abgestandenes Lüftchen entgegen.
3 von 10

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