Ich habe weder die Bücher gelesen noch bin ich ein großer Kenner der Vorgängerfilme. Ich habe zwar (fast) alle Vorgängerversionen gesehen, aber meine Erinnerungen daran sind doch eher schwach. Was mir in Erinnerung geblieben ist, ist das realistische Setting der Originale und die gute Charakterzeichnung der Figuren.
Und wenn auch meine Erinnerungen an die Originale oder die Fincher-Version nicht mehr taufrisch sind, so muss ich sagen, dass dieser vorliegende Film dasselbe Problem hat, wie beispielsweise das Remake von Evil Dead: den Regisseur. Genau wie bei Evil Dead hat auch hier Fede Alvarez das Essenzielle des/der Originale nicht verstanden. Er durchbricht es nicht, er entwickelt es nicht. Genau wie bei Evil Dead bleibt im Grunde eine austauschbare Story mit
oberflächlichen Charakteren und langweiliger Dramaturgie übrig.
Eine Verschwörung, die spannend aufgedeckt wird, ist nicht vorhanden. Wie iHaveCNit: in seinem Review schreibt, verkommt die Heldin zur Superheldin. Und das auch recht unglaubwürdig. Eine Agentin mit etwas Verstand würde sich als Fluchtauto in einer verschneiten Landschaft nie einen PS-Boliden wählen, wenn auch der Lamborghini toll aussieht - fast wie das Batman-Mobil in der Nolan-Trilogie.
Der Film mag ganz schick aussehen, das war es auch, was
mich am Trailer angefixt hat. Ich dachte, die Story würde sich schon im Kino zeigen. Doch Fehlanzeige. Alles vorhersehbar. Einzig die Szene zu Beginn, als die Heldin den Frauenschläger zur Minna macht, war gut.
Fazit: Lahmer Durchschnitt mit zu hohem Budget und viel zu guter Hauptdarstellerin. Leider habe ich erst im Vorspann gesehen, wer der Regisseur ist. Spontaneität ist gut, aber vorher kurz die Cast-Liste lesen, kann hilfreich sein.
2/10