Man kann sich natürlich schönreden, dass UNBREAKABLE im Jahr 2000 seiner Zeit voraus und unterschätzt war. Sieht man sich das Gesamtwerk von M. Night Shyamalan an, fällt es angesichts der vielen vermurksten Filme und Flops allerdings schwer, die wenigen gelungenen Werke (THE SIXTH SENSE und, ja THE HAPPENING) und interessanten Ansätze (SIGNS, THE VILLAGE, THE VISIT) nicht als Ausnahmen zu werten.
GLASS ist nun also der Abschluss einer Trilogie, mit der niemand gerechnet und auf die auch keiner gewartet hatte, realisiert dank des unerwarteten Erfolges seines (ebenfalls sehr problematischen) Vorgängers SPLIT. Und auch wenn man es besser wissen sollte, will man doch sehen, was sich der nerdige Inder dafür wieder an Verrücktheiten hat einfallen lassen.
Zum Glück waren die Erwartungen entsprechend niedrig: GLASS ist tatsächlich der prätentiöse Bullshit, der zu befürchten war. Shyamalan bastelt sich hier aus seinen Vorgängerfilmen ein eigenes naives (und ungeheuer langweiliges) Comicheftuniversum mit einer mehr als hanebüchenen Story und platten bis peinlichen Dialogen, das selbst von den ansonsten durchaus fähigen und sympatischen Schauspielern nicht zusammengehalten werden kann: Während Sarah Paulson zu ständigem Scienceplaining verdammt ist, Anya Taylor-Joy aufs Anhimmeln reduziert wird und Bruce Willis, naja, halt sein stoisches Bruce Willis-Ding macht, nervt Schizo James McAvoy hier regelrecht mit seiner penetranten Radioshow im permanenten Sendersuchlauf. Einzig Sam Jackson scheint die Schmierenkomödie etwas abgewinnen zu können und gibt genüsslich den Bösewicht. Warum und worauf er eigentlich böse ist, bleibt ebenso unklar wie die gesamte Motivation des Films.
Der vollmundig angeteaserte spektakuläre Showdown wird uns dann – ganz offensichtlich aus Budgetgründen – auch noch vorenthalten, stattdessen gibt es eine Hofprügelei von Turnhosenmann gegen Regenmantelmann (aka Bruce Willis‘ Stuntman). Und einen Twist. Und noch einen Twist. Und noch einen. Nicht dass diese besonders überraschend oder intelligent wären. Aber dafür hat man ja schließlich bezahlt.