Review

20 Jahre nach dem grandiosen Original von John Carpenter, knüpft man mit " H20 " eigentlich direkt an die Handlung des ersten und zweiten Teils an. Die anderen Teile werden so völlig außer Acht gelassen und die Hatz auf Lauries Tochter Jamie wird nicht mal erwähnt.
Trotzdem ist " H20 " neben dem zweiten Teil die beste Fortsetzung des Originals. Das Drehbuch hierzu schrieb Kevin Williamson und er sorgt dafür dass sich auch Michael Myers dem neuen Horrorfilm anpasst..
Regie führt Horrorspezi Steve Miner, welcher auch schon zweimal für " Freitag der 13. " auf dem Regiestuhl saß. Man sieht hier, dass er sein Fach beherrscht.
Eigentlich wollte man hier Michael Myers engültig ein Ende bereiten, wie das tolle Finale auch zeigt. Doch die Geldgier der Produzenten bescherte uns sogar einen achten Teil. Irgendwannn muss ja mal Schluss sein.

Story:
Es ist Halloween 1998. 20 Jahre sind vergangen, seit Laurie Strode ( Jamie Lee Curtis ) ihrem mordenden Bruder Michael Myers entkam. Nun hat sie sich eine neue Identität verschafft, ist Rektorin einer abgelegenen Privatschule und hat einen Sohn namens John ( Josh Hartnett ). Doch immer noch plagen sie Alpträume von ihrem Bruder und sie hat Angst er könnte zurückkehren. Und dies ist auch der Fall. Am Halloween Abend ist fast Keiner mehr in der Schule, außer Laurie, ihr Geliebter ( Adam Arkin ), Wächter Ronny ( LL Cool J ) und John mit seinem Kumpel und zwei Freundinen. Michael kehrt wieder zurück um sein damals begonnenes Werk zu vollenden. Dafür geht er wieder über Leichen, bis er seiner Schwester erneut gegenübersteht.

Der Plot ist recht gut konstruiert und auch die Morde stehen eigentlich im Hintergrund. Laurie wird immer noch von Alpträumen geplagt und kann die Nacht 1978 nicht vergessen. Dies überträgt sich auf ihren Sohn John, welcher natürlich behütet wird, obwohl er schon 17 Jahre alt ist. Da sind Streitereien vorprogrammiert.
Die Jagd auf Jamie wird hier gar nicht mehr erwähnt, aber dafür der Tod von Dr. Loomis und wir bekommen noch einmal einen Einblick zu Killer Michael Myers und Dr. Loomis Arbeit, denn zu Beginn meuchelt Myers mal eben zwei Jugendliche und auch die ehemalige Krankenschwester von Dr. Loomis.
Die sehr kurze Laufzeit lässt keine Längen zu, doch so eine Bedrohung wie im Original aufzubauen, schafft man auch nicht. Michael pirscht sich zwar langsam an seine Opfer heran, ist ihnen aber nie so nah wie 1978.
Trotzdem schafft man es die Spannung auf ein ziemlich hohes Maß zu bringen und auch die gut platzierten Schockeffekte sitzen. Die abgelegene Privatschule ist der perfekte Ort für diese blutige Hatz. Sie ist von Mauern umgeben und es gibt genügend Schlupfwinkel, wo sich Michael verstecken kann.
Der Score bezieht sich hauptsächlich auf das Halloweenthema von John Carpenter. Man hat ein paar Sounds geändert und lässt es mit der Musik wieder etwas ruhiger angehen. Die Untermalung von John Ottman ist daher perfekt geworden und man wird leicht an das Original erinnert.

Der Bodycount ist nicht sehr hoch, hier passt man sich ganz dem Original an, nur rückt Michael den Teens hier blutiger zu Leibe. Da hat schon mal ein Junge einen Schlittschuh im Kopf, Kehlen werden auch wieder durchtrennt, sowie kräftig erstochen. Vor allem der Mord an Lauries Geliebtem ist recht hart anzusehen. Auch der finale Kampf zwischen Laurie und Michael ist gut und teilweise hart inszeniert. Michael muss wieder eine Menge einstecken und man wollte ihm hier ein für allemal den Gar ausmachen, daher ist das Ende wirklich gelungen.
Obwohl ich finde, dass " H20 " dann zu aprupt abbricht, mich hätte dann noch interessiert was jetzt mit Laurie, John und seiner Freundin ist.

Jamie Lee Curtis kehrt in der Rolle der Scream Queen zurück und verkörpert 20 Jahre später erneut Laurie Strode. Und das immer noch sehr glaubwürdig, vor allem ihre ständigen Panikattacken können punkten. Sie war und ist einfach ein starker Träger der Halloween Reihe.
Josh Hartnett verkörpert den 17 Jährigen John, Sohn von Laurie. Seine Darbietung ist in Ordnung, reisst aber keine Bäume aus. Für 17 sieht er schon etwas zu alt aus.
Auch die restlichen Teendarsteller machen ihre Sache gut, aber mehr auch nicht.
LL Cool J als Wächter Ronny ist ein netter Charakter. Dieser hat einige gute Onliner auf Lager und will unbedingt Schriftsteller werden. Daher liest er seiner Freundin seine Bücher während der Arbeit vor.
Adam Arkin macht seine Sache als Schulpsychater und heimlicher Geliebter von Laurie auch solide.
Auch die Mutter von Jamie Lee Curtis, Janet Leigh hat eine Gastrolle als Norma.

Fazit:
Kommt lang nicht an das Original und den zweiten Teil heran, ist aber sonst die beste Fortsetzung. Die Story ist gut und sehr spannend umgesetzt. Bei der kurzen Laufzeit entstehen keine Längen. Die Kulisse ist unheimlich und die Schocks sind gut platziert. Gemordet wird nicht sehr viel, dafür aber immer recht blutig. Man behält den alten Score einfach bei, daher ist der Film perfekt untermalt. Die Darsteller, allen voran Jamie Lee Curtis verkörpern ihre Rollen sehr glaubwürdig, nur die Teeniecharaktere sind etwas 08/15.
Als Horrorfan kann ich diesen Film nur empfehlen, nur Unerfahrenen könnte er ganz schön Angst machen.

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