Nachdem „Scream – Schrei“ das Slasher Genre wieder aufleben ließ, sollte auch das Halloween Franchise, passend zum 20. Geburtstag, eine Wiedergeburt erfahren. Die letzten Fortsetzungen waren alle nur mäßig gelaufen und höchstens noch für das Die Hard Publikum interessant gewesen. Zwar konnte man trotz des runden Jubiläums wieder nicht John Carpenter verpflichten, aber mit Steve Miner („Freitag der 12. Teil 2 und 3“) war immerhin kein unbeschriebenes Blatt beteiligt.
20 Jahre sind ins Land gezogen. Damals wäre Laurie Strode fast zum Opfer ihres Bruders Michael geworden, der erst die Kleinstadt Haddonfield und dann das örtliche Krankenhaus heimsuchte. Seitdem lebt sie unter falschem Namen als Direktorin einer edlen Privatschule. Die Angst, dass Michael zurückkommt ist bei ihr jedoch immer allgegenwärtig. Dies muss auch ihr siebzehnjähriger Sohn am eigenen Leib erfahren, der die Paranoia der Mutter nicht verstehen kann. Doch die übertriebene Vorsicht ist nicht unbegründet, denn Michael ist zurück.
Wer sich nun wundert weshalb Laurie Strode nun wieder auf dem Speiseplan steht, dem sei gesagt, dass die Teile III – VI einfach mal so negiert werden und wir von der Kontinuität nur bis Teil II zurückblicken dürfen. Zwar nicht der schönste Zug, aber es funktioniert. Mit Jamie Lee Curtis, ist somit die ursprüngliche Laurie Strode mit an Bord und liefert eine souveräne Leistung. Es ist besonders für den Fan interessant zu sehen wie sie den Charakter entwickelt hat. Sie innerlich zerrüttet, alkoholabhängig und bekommt ihr Leben nur schwer in den Griff. Das wirkt realistisch und durchaus plausibel und gibt dem Film so eine gewisse Tiefe. Und trotz dieser für einen Slasherfilm außerordentlich guten Charakterisierung ist auch diese Fortsetzung eher mäßig gelungen.
Zwar wurde das Budget gut aufgestockt und die Schauspieler können sich bis auf zwei Ausnahmen allesamt sehen lassen, die Haupthandlung um Michael Myers ist aber recht dröge und langatmig. Der Bodycount ist obendrein auch noch sehr familienfreundlich gestaltet, was dem Horrorfan so gar nicht mundet. So passiert nach einem gelungenen Auftakt erst einmal nicht viel und man muss einige Zeit vor der Glotze verweilen, bis Herr Myers das Messer zückt.
Die glatt polierte Optik, die deutlich an „Scream“ angelehnt wurde, mag nicht recht ins Gesamtbild passen. Wobei der Wandel zum Mainstream nicht verwundert. Immerhin hatte Kevin Williamson (geistiger Erfinder von „Scream“) seine Finger mit im Spiel. Aus Zeitgründen verfasste er allerdings nur ein Treatment zum siebten Teil.
Letztendlich bleibt ein weiterer Halloween Teil, der zwar optisch aufpoliert wurde, inhaltlich bis auf tolle Charakterzeichnungen aber wieder nichts reißen kann. Die meisten Charaktere bleiben stereotype Arschkrampen und selbst Myers wirkt mit seinem Facelift weit weniger bedrohlich als früher. Immerhin gibt es für Fans noch einige Gimmicks. So darf Donald Pleasence auch hier nicht fehlen, wenn er auch nur auf einem Foto in Erscheinung tritt. Und Jamie Lee Curtis hat eine Gastspiel mit ihrer Mutter Janet Leigh, die einst in Psycho das Badszimmer unsicher machte.
Fazit: „Halloween – H20“ ist gut gemachter Mainstream Horror, ohne die Atmosphäre von damals zu erreichen. Kurzweilig ist er aber allemal.