Review

Wahret den Anfängen


Zwanzig Jahre nach den Geschehnissen aus dem Original leidet Laurie Strode noch immer unter den Folgen der traumatischen Slashernacht, kommt weder wirklich mit ihrem pubertierenden Sohn noch ihrem neuen Partner zurecht. Und als Michael Myers dann wirklich jubiläumsbewusst und pünktlich wieder auftaucht, muss sie sich ihrer größten Angst stellen…

Als „Scream“ und Konsortien in der zweiten Hälfte der 90er dem Slasher kurzzeitig eine Menge Staub abklopften, nahm man sich im Hause des womöglich prägendsten aller Slasherfranchise natürlich ebenfalls flott ein Herz und produzierte mit „H20“ ein direktes Sequel zum Original, das die dazwischenliegenden und schon damals extrem kuddelmuddeligen und kruden Fortsetzungen komplett außer Acht ließ. Und lange bevor das mittlerweile fast zu so etwas wie einem Trend wurde, ging die Rechnung schon bei „H20“ erstaunlich packend und sinnvoll auf. 

Ohne so spannend zu sein wie das unerreichbare '78er-Original. Ohne so brutal zu sein wie die aktuelle Trilogie. Ohne auf eine allzu große Lore aufzubauen wie die Parts 4 bis 6. Ohne in nur einer Nacht zu spielen wie „Halloween II“ von '81. Und dennoch hat „Halloween: H20“ von allem etwas und scheinbar genug um mir immer wieder zu gefallen. Über LL Cool J kann man streiten und dem Bodycount hätte schon eine kleine Adrenalinspritze gut getan. Doch im Grunde macht „H20“ eine Menge korrekt. Michael kommt zum Punkt und wirkt zielstrebig wie zu seinen besten Zeiten. Der zuerst psychologische, dann körperliche Showdown zwischen ihm und Laurie hat genug Tiefe und Oomph. Hartnett und Michelle Williams in frühen Rollen funktionieren. Gerade Lauries angeknackste Beziehung zu ihrem Sohn gibt dem Schlitzerreigen Herz und Anker. Zudem hätte Michaels Köpfung hier durchaus mal ein endgültiges Finito bedeuten können. Aber den Boogeyman bringt nunmal nichts um - selbst eine gutes Sequel nach zwanzig ziemlich chaotischen Franchisejahren nicht. 

Fazit: der erste Nahezu-Neustart der „Halloween“-Reihe geht back to the basics und springt recht erfolgreich auf den knackigen 90s-Slasher-Train. Kann man grundsolide gucken. 

Details
Ähnliche Filme