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Zwanzig Jahre sind vergangen und die Schwester Laurie Strode des psychopathischen Serienkillers Michael Myers leidet noch immer unter Verfolgungswahn. Sie ist mittlerweile Direktorin einer Schule, hat ihren Namen geändert und eine Affäre mit dem Schulpsychologen. Es ist wieder Halloween, als ihr Sohn John mit seinen Freunden heimlich eine Party schmeißt, statt mit den Mitschülern eine Klassenfahrt zu unternehmen. Als Highschool-Teenie-Horror geht Michael Myers erneut in die Verlängerung und die Besetzung ist stilecht, alleine schon Adam Arkin (als verständnisvoller Psychologe) ist sowieso als "Chicago Hope"-Arzt bekannt und der junge Josh Hartnett kurz später als Teeniehorrrrorstar in "Faculty" zu sehen. LL Cool J gibt sich als schlichter Securitymensch noch die Ehre und ist für die running gags zuständig. Das Fehlen vom verstorbenen Donald Pleasence als Killerjäger Dr. Loomis wird durch den verstärkten Aktionsdrang von Laurie kompensiert, die unerwartet konfrontativ in die Begegnungen mit Michael Myers geht. Daran leidet der Plot auch hier und da, selbst wenn es für den psychisch labilen und mittlerweile zum Alkoholiker gewordenen Charakter heilsam erscheint, sich seinen Ängsten zu stellen. Jamie Lee Curtis, nach all den Jahren reaktiviert, spielt solide, aber nicht herausragend, die wenigen selbstironischen Einlagen wissen dennoch zu gefallen. Das trifft überhaupt auf "Halloween H20" zu, der neben dem Original auch aus Steven Miners Vergangenheit (Freitag Der 13. 2+3), seinem Vorbild "Psycho" und vor allem aus "Scream" zitiert. Gerade die Vorgeschichte und die immer wieder überraschenden Schockfakes sorgen für amüsante Unterhaltung, dafür gibt es in der Mordstatistik wenig zu vermelden. Die blutigen Effekte sind geringer ausgefallen als beim Vorgänger und "Halloween"-Kenner wundern sich einige Male darüber, dass der sonst so emotions- wie kompromißlose Maskierte durchaus auch Opfer verschont, bzw. am Ende einen widerlichen Tränendrüserabschied nimmt. Filmisch zeigt sich Steven Miner offensichtlich vom Kassenschlager "Scream" beeindruckt und dreht die Spannungsschraube mittels kompakteren Soundtracks und halbleerer nächtlicher Schule nach oben, ergreifend wirkt dieser mittelmäßige Slasher allerdings nicht, dafür haut er zu sehr in die Kerbe der erfolgreichen Neo-Schlitzer vor ihm, ohne eine neue Schattierung zu bieten. Etwas ganz neues wird wohl eh keiner vom sechsten Sequel erwarten, das vergleichsweise harmlos wirkt (man beachte den Dackelblick von Michael Myers), aber als leichte Kost schon seinen kleinen Reiz hat. Wie der Bogen nun vom ersten und zweiten Teil hierzu gespannt wurde und der Rest zwischendrin ausgelassen, ist ebenso befremdend, wie einige Ungereimtheiten, die den Streifen kompatibel für benebelte Halloweennächte macht. Als Frischzellenkur für die "Halloweenreihe" funktioniert dieser Streifen bloß mittelprächtig.

Fazit: Auch diese Slasherreihe versucht, von "Scream" abzukupfern, das Ergebnis ist durchschnittlich. Es gibt schlimmeres. 5/10 Punkten

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