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Vor zwanzig Jahren entkam Laurie Strode dem maskierten Michael Myers und führt nun unter neuem Namen ein Leben als Schulleiterin und Mutter. Da naht Halloween und ihre schlimmsten Befürchtungen werden wahr, denn Myers hat den Weg zu ihr gefunden. Dass es soweit gekommen ist liegt daran, dass der von Steve Miner inszenierte siebte Film der Reihe einfach mal alles ignoriert, was nach „Halloween II“ (1981) passiert ist. So macht man auch ein erneutes Erscheinen von Jamie Lee Curtis möglich. Ihre Laurie alias Keri Tate ist eine traumatisierte Alkoholikerin, die immer noch unter den Erlebnissen in Haddonfield leidet und überbeschützend ihrem Sohn gegenüber auftritt. Curtis macht aus der Rolle das Beste und ist letztlich der Anker des Films, schließlich muss sie ihn auch tragen. So wie Josh Hartnett seine Klamotten, die es wohl nicht in seiner Größe gab. Der Rest, allen voran die Handvoll Teenager, bleibt ziemlich uninteressant und bestenfalls Beute. 

Aber auch in dieser Kategorie ist „H20“ nicht ausufernd. Die Kills sind rar, immerhin aber nett ausgespielt. Unblutig ist das nicht, wirklich spannend allerdings auch nicht. Dieser Eintrag in die Reihe ist ein recht solider 90er-Slasher, schreckt aber auch nicht vor manch dummer Aktion zurück. Zu oft macht man hier falschen Alarm, die Schlussaktion mit dem Auto ist schon arg einkalkuliertes Glück und stilistisch ist „H20“ merklich im Fahrwasser von „Scream“ (1996) unterwegs. Auch musikalisch, ein paar Stücke wurden aus Wes Cravens Werk übernommen.
Dazu kommt, dass der Antagonist hier nicht als seine beste Inkarnation Auftritt. Geschenkt, dass Myers sich auffallend gut mit Strom- und Telefonverkabelung auskennt, die Figur ist hier weniger wuchtig als in manchem Vorgänger. Myers wirkt schmaler, was eine bewusste Entscheidung gewesen sein mag, ihm aber auch ein Stück seiner Präsenz beraubt. Trotz seiner Zielstrebigkeit. Dafür schafft er es, sich immer in der notwendigen Geschwindigkeit irgendwohin zu bewegen. Wie es eben gerade gebraucht wird. Das Genre-Einmaleins eben.

„I didn't mean to make you jump.“

Nicht die schlechteste Fortsetzung der Serie, insgesamt aber ein nur solider Slasher. „Halloween: H20“ lebt von Jamie Lee Curtis und der Verbindung zu den ersten beiden Teilen der Reihe, schafft aber mit seinen paar Kills, einem schmalen Michael und den Zutaten aus dem 90er-Slasher-Baukasten keine durchgehend spannende Atmosphäre. Ein überraschungsarmes und zu routiniertes Sequel. 

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