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In Arizona landet eine amerikanische Raumsonde, die einen bisher unbekannten außerirdischen Virus enthält, der die Bewohner des benachbarten Ortes befällt und binnen kürzester Zeit tötet. Prompt greift eine Notverordnung, die vorsieht, dass vier Wissenschaftler in einem streng geheimen unterirdischen Labor Zusammensetzung und Wirkungsweise des Virus erforschen, während über dem Erdboden sogar ein Flugzeug durch den mysteriösen Mikroorganismus vom Himmel geholt wird.

Katastrophen- und Sci-fi-Thriller rund um mysteriöse, tödliche und gefährliche Pandemien und Killer-Viren gibt es wie Sand am Meer, oftmals billig fürs Fernsehen produziert. Entsprechend klischeehaft und ideenlos fallen die entsprechenden Werke oftmals aus, nur wenige von ihnen stechen aus der Masse hervor. Einer davon ist "Andromeda".

Zwar ist die Idee um den außeririschen Mikro-Organismus, der sogar ein Flugzeug vom Himmel holt anfangs ein wenig unrealistisch, aber alles andere wirkt sehr realistisch und bleibt immer im Bereich des Nachvollziehbaren, Denkbaren. Außerdem werden wesentlich mehr Innovationen eingebracht, als es bei den zahlreichen anderen Genre-Vertretern der Fall ist, allein schon die Ideen, rund um die Apparaturen und Verordnungen, die eine größtmögliche Sterilität im unterirdischen Laborkomplex garantieren sollen, gestalten den Film sehr interessant, genauso, wie die Untersuchungen am unbekannten Virus, die durchaus zu unterhalten wissen. Der gleichnamige Roman, von keinem Geringeren als Michael Crichton verfasst, wird also interessant und spannend umgesetzt, zumal auch die Charaktere solide bis ordentlich konstruiert sind und teilweise an Profil gewinnen.

Noch besser gelingt die Umsetzung des ansprechenden Stoffs. Die Atmosphäre im unterirdischen Labor ist spürbar dich. Während das Erzähltempo relativ langsam gehalten ist und die Untersuchungen am Virus damit auch recht schleppend vorankommen, liegt die Gefahr, die vom unbekannten Erreger ausgeht, förmlich in der Luft. Das Gefühl, dass nichts wirklich steril ist, dass es keinen vollkommen sicheren Schutz vor dem unerforschten Organismus gibt, bleibt und diese Gefahr, diese Unruhe fesseln durchgehend ans Geschehen. Und auch die sterilen Räumlichkeiten, die zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen, zu denen auch eine Art Selbstzerstörungsmechanismus im Kontaminationsfall gehört, verstärken die ungemein bedrohliche und gespannte Atmosphäre nur noch weiter.

Die Geschehnisse außerhalb des Labors, etwa der Absturz eines Flugzeugs, oder die Verfahrensweise der Behörden, werden größtenteils tangiert, aber nicht ausführlicher dargestellt, so ruht der Fokus aber lang und ausgiebig auf dem, was im unterirdischen Labor vor sich geht. Der Plot rund um die vier Wissenschaftler wird von Altmeister Robert Wise, der unter Anderem mit "Der Tag, an dem die Erde still stand" und "West Side Story" unvergessene Klassiker hervorbrachte, also permanent, wenn auch langsam, vorangetrieben und so gelingt ein stringent ansteigender Spannungsbogen, der im ebenso spannenden Finale gipfelt und so kommt der Unterhaltungswert zu keinem Zeitpunkt zum erliegen.

Und auch darstellerisch kann man "Andromeda" wenig vorwerfen, da sämtliche Darsteller ihre Rollen souverän ausfüllen, auch wenn es keine wirklich grandiosen Meisterleistungen zu sehen gibt. Dabei sticht besonders Kate Reid mit ihrer trockenen, etwas zynischen Art positiv hervor.

Fazit:
"Andromeda" ist durchgehend fesselnd und atmosphärisch dicht wie kaum ein anderer Genre-Vertreter. So gelingt Robert Wise unterm Strich ein durchweg spannender Viren-Thriller, der nicht ungeschickt konstruiert ist, optisch ebenfalls gänzlich überzeugt und auch in darstellerischen Belangen nicht enttäuscht. Absolut sehenswert.

89%

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