Nach dem Absturz einer Raumsonde nahe einer abgelegenen Wüstenstadt sterben nahezu alle Einwohner innerhalb kürzester Zeit. Ein Team von Wissenschaftlern wird in ein unterirdisches Hochsicherheitslabor gebracht, um die Ursache zu untersuchen. Schnell stellt sich heraus, dass ein außerirdischer Mikroorganismus – Codename „Andromeda“ – verantwortlich ist, der sich unberechenbar verhält und eine globale Katastrophe auslösen könnte.
TRIGGERWARNUNG: Tierquälerei, Tierversuche (vorletzter Absatz)
The Andromeda Strain ist ein ungewöhnlicher Science-Fiction-Film, der weniger auf klassische Spannung als auf einen fast dokumentarischen, wissenschaftlichen Ansatz setzt. Große Teile des Films bestehen aus Analyse, Hypothesen, Protokollen und sterilen Laborabläufen. Das ist konsequent inszeniert und verleiht dem Film zum Teil eine beeindruckende Glaubwürdigkeit. Das kann aber auch schnell trocken wirken. Gerade im Mittelteil hängt der Film spürbar durch, weil sich die Abläufe wiederholen und dramaturgisch wenig passiert. Und wenn dann Xenon-Licht Haare und die obersten Hautschichten pulverisiert, wird es auch mal unfreiwillig komisch. Lasst euch also auf der Straße nicht von Xenon-Scheinwerfern erwischen.
Wenn es dann aber auf das Finale zugeht, zieht die Spannung deutlich an. Die Bedrohung wird greifbarer und Entscheidungen müssen unter dem Druck eines gnadenlosen Countdowns getroffen werden. Plötzlich wird der Film zum Thriller und entfaltet genau die Intensität, die man sich zuvor schon erhofft hatte. Hier zeigt sich, wie effektiv der nüchterne Aufbau letztlich hätte sein können, wenn er bereits früher in echte Dramatik gemündet hätte.
Insgesamt ist The Andromeda Strain ein interessanter, ungewöhnlich „wissenschaftlicher“ Sci-Fi-Film mit starkem Konzept und einem packenden Finale, der sich aber durch seine trockene Inszenierung und Längen im Mittelteil selbst etwas ausbremst.
Darüber hinaus verliert der Film aber nahezu sämtliche Sympathien durch den Umgang mit Tieren, insbesondere mit einem kleinen Affen. Dass Tierversuche in Filmen dargestellt werden, weil sie in der Situation einer drohenden Pandemie wohl auch realistisch sind, ist soweit okay. Dass man aber für die realistische Szene eines sterbenden Affen diesen Affen tatsächlich tötet, geht überhaupt nicht. Da hilft es auch nicht, dass ein Veterinär bereitstand, um das Tier augenblicklich wiederzubeleben. Selbst wenn man bedenkt, dass in den frühen 70ern Tierschutz am Set noch längst nicht die heutigen Standards hatte, bleibt das einfach eine für mich unentschuldbare Tierquälerei. Und das verleiht dem Film im Nachhinein einen höchst bitteren Beigeschmack.
Anspruchsvoll, kühl und stellenweise zäh, aber mit starkem Schlussakt und eigentlich faszinierendem Ansatz. Ein gut gemeinter Sci-Fi-Klassiker mit gewaltiger Schattenseite (daher nur 4/10, sonst 7/10).